© Neue Filmwelt
Gefeierter Allround-Künstler
Einblicke in das Seelenleben
Axel von Ambesser stammt eigentlich aus Hamburg. Doch im Laufe seiner Film- und Bühnenkarriere bereiste er viele deutsche Städte. Genauso wie er in der Realität hin- und hergerissen ist zwischen den Brettern in Berlin, Hamburg und München, geht es auch in seinen Rollen oft um das innerliche Chaos im Seelenleben. Die
Neue Filmwelt widmet dem vielseitigen Künstler einen Bericht im Jahr 1948.
Abgründiges und groteskes Leben
Axel von Ambesser liebt es, albern zu sein. Sein äußeres Erscheinungsbild ist groß und schlaksig. Er ist immer freundlich und hat stets einen Hamburger Witz auf Lager. Auch seine Kleidung passt er den Gegebenheiten an. In der Rolle des Fridolin Biedermann in "
Die seltsamen Abenteuer des Herrn Fridolin B." trägt er beispielsweise einen hohen Stehkragen. Als Spielleiter im eigens inszenierten Theaterstück "Das Abgründige in Herrn Gerstenberg" ist er mit einem bequemen Straßenanzug gekleidet.
Bei der Geschichte handelt es sich um eine banale, alltägliche Begebenheit. Von Ambesser versuchte nicht, eine seelische Analyse des Hauptcharakters zu machen. Es ist bloß die simple Geschichte eines Helden, der immer in zweierlei Person erscheint - in Begleitung seines personifizierten Seelenlebens. Auch der brave Herr Biedermann hat es nicht leicht: Dabei will er eigentlich nur heiraten. Doch die Mühle der Bürokratie macht es ihm schwer. Der Film wirkt verspielt und beinahe grotesk. Und Axel von Ambesser darf Fridolin B. spielen.
Ein Hamburger als Kaiser von Österreich
Der gebürtige Hamburger
Axel von Ambesser war nicht nur in der Rolle als Fridolin erfolgreich. Nach seinen Theater-Erfolgen ließ der Sprung ins Filmgeschäft nicht lange auf sich warten. Seine Auftritte waren nicht nur in Deutschland gern gesehen sondern auch in Österreich. In
Ralph Benatzkys Operette "Im weißen Rößl" im Wiener Raimundtheater spielt er Kaiser Franz Joseph. Als Regisseur fungierte von Ambesser bei "
Der brave Soldat Schwejk" nach einem Roman von Jaroslav Hašek (1960).
Die Komödie mit
Heinz Rühmann erhält 1962 den Silver Globe in den USA als bester ausländischer Film. Auch privates Glück bleibt dem vielseitigen Künstler nicht vorenthalten: Mit seiner Gattin, Schauspielerin
Inge von Ambesser hat er eine Tochter,
Gwendolyn, die in die Fußstapfen des Vaters tritt. Ambesser verstirbt im Jahr 1988. Heute wird er als einer der bekanntesten Schauspieler, Filmregisseure und Autoren der Nachkriegszeit gefeiert.