RETRO News

Entstellter Wissenschaftler in Tarantula
Hauptdarsteller: Riesenspinne

Spiel mit Urängsten

Nur wenige Ängste sind so verbreitet wie die Arachnophobie - die Angst vor Spinnen. Vom Kleinkind bis zum 90-jährigen Greis kreischen die von ihr Befallenen, sobald sie ein achtbeiniges Tier sehen. Kein Wunder also, dass sich Hollywood dieser menschlichen Urfurcht bedient und einen Spielfilm um sie herum kreiert. "Dracula" und "Frankenstein" waren gestern, ab heute sind riesenhafte Tiere die Angstmacher Nummer eins!
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de, 25. September 2012

Szene aus Tarantula

Szene aus Tarantula

Entgleistes Experiment
Die Neue Illustrierte schickte einen ihrer Redakteure ins Kino, damit dieser sich den neuesten Horrorfilm aus Übersee vorab ansieht. Das Magazin berichtet in der Ausgabe vom 10. Dezember 1955 über den tierischen Angstmacher "Tarantula" des amerikanischen Regisseurs Jack Arnold. Ausgangspunkt der Katastrophe ist ein Laboratorium inmitten der kalifonischen Wüste. Dort arbeitet der Biologe Professor Gerald Deemer (Leo G. Carroll) an einem gefährlichen Experiment. Um dem Hunger in der Welt endgültig ein Ende zu setzen, sollen essbare Nutztiere schneller wachsen und auch größer werden. An allerhand Tierarten wird daher ein Wachstumsbeschleuniger getestet.

Als das Labor nach einem Unfall in Flammen aufgeht, gelangt eine infizierte Giftspanne in die Freiheit. Schnell erreicht sie die Höhe eines Hochhauses. Die von Panik befallenen Menschen bleibt nur noch die Flucht. Kann das mordende Spinnentier aufgehalten werden?

Jack Arnold Monster Collection

Jack Arnold Monster Collection

Geburt eines Klassikers
Mit "Tarantula" schuf Regisseur Jack Arnold einen Klassiker des Horrorgenres. Aber auch beim zeitgenössischen Publikum kommt der Spinnen-Horror gut an, wohl nicht zuletzt wegen der Mythologie des gewählten Gruseltiers. Die durch die Riesenspinne verkörperten Ängste vor einem drohenden Atomkrieg und die Spinne als Sinnbild bedrohlicher Triebe traf den Nerv der 1950er Jahre und verfehlt ihre Wirkung bis heute nicht.

Wenige Jahre nach "Tarantula" verfestigte Arnold seinen Stand als Meister von Monster- und Tierhorrorfilmen mit "Die unglaubliche Geschichte des Mr. C." und "Der Schrecken schleicht durch die Nacht". Ab den 1960er Jahren galt sein Interesse vermehrt bekannten Fernsehserien. Regie führte er unter anderem bei "Ihr Auftritt, Al Mundy", "Love Boat" und "Ein Colt für alle Fälle".
Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de - 25. September 2012
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Filmplakat zu Tarantula

Tarantula

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Porträt zu Jack Arnold

Jack Arnold

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