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Kleists "Prinz von Homburg" in Avignon
Deutscher Geist auf Französisch
Heinrich von Kleists "Der Prinz von Homburg" feierte auf den Festspielen in Avignon seine Premiere. Die Darsteller
Jean Vilar und
Gérard Philipe waren mit der freien Übertragung des deutschen Stück in die französische Sprache gefordert - um nicht zu sagen überfordert. Die eigentliche Arbeit begann nicht bei der Übersetzung, sondern bei der Regie und Darstellung, denn der deutsche Geist sollte auch in der französischen Version erhalten bleiben. Wie es dem Protagonisten Gérard Philipe bei den Proben zu "Prinzen von Homburg" erging, darüber plauderte er in der April-Ausgabe von
Film und Frau.
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Gérard Philipe
Gaukler Till ist Traumrolle
"'Der Prinz von Homburg' ist übrigens nicht die erste Rolle aus der deutschen Literatur, die ich spiele", so der französische Schauspieler
Gérard Philipe. Vom deutschen Publikum fühle er sich genau so verstanden wie von seinen Landsleuten. Für ihn gibt es nur eine Voraussetzung, um eine Rolle gut darstellen zu können: Man muss sie verstehen. Beim deutschen Dichtwerk hat der Titelheld jedoch seine Probleme, denn er konnte nicht einmal die Originalfassung des Stücks lesen, da er der deutschen Sprache nicht mächtig ist. "So mag es vorkommen, dass uns das Drama fremd bleibt, während uns die Rolle schon vertraut ist", meint der Darsteller.
Philipe will zur Lösung in der internationalen Film - und Theaterkrise beitragen. Daher suche er seine Drehbücher und Stücke danach aus, ob und inwieweit sie sich an das Publikum richten. Immerhin müssen sich die Zuseher und nicht die Produzenten vom behandelten Stoff angesprochen fühlen. Im Gegensatz zu Kritikern, welche die Überzeugung von Kleists Werk bei der französischen Seherschaft anzweifeln, glaubt Philipe an die Kraft des Stücks.
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Gérard Philipe
Der Liebling der Götter
Nur kurze Zeit nach "Der Prinz von Homburg" verwirklichte Gérard Philipe seinen großen Traum von Till Eulenspiegel. Er spielte die Figur in seiner 1956 fabrizierten Komödie "
Till Eulenspiegel, der lachende Rebell". Es blieb das einzige Werk, bei dem Philipe die Regie übernahm, dennoch wurde er ein Star. In Fausts "
Der Pakt mit dem Teufel" spielte er den jungen Mephisto, in "
Fanfan, der Husar" war er der Titelheld neben
Gina Lollobrigida.
Viele kleine Theater in Orléans, Montpellier und Calais wurden auf seinen Namen getauft. Heute heißt es, das Geheimnis seines Erfolgs sei schwer zu erklären. Die einen nannten Philipe den 'Liebling der Götter', für andere war er einfach ein begnadeter Schauspieler.