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Der Dichter und die Frauen
Alles andere als Naturalist
Friedrich Schiller war Theatraliker und Pathetiker. Er war gewissen Idealen und Ideen verkettet und vermied es, seinen Frauengestalten den Ansatz von intimen Zügen zu verleihen. Die pathetischen Figuren mit charakteristischen Einzelheiten zu bereichern, war den Darstellern überlassen. So sind seine Rollen für die Primadonnen der Zeit eine große Herausforderung. "Ein Dichter schöpft seine Intuitionen aus seinem wirklichen Leben", heißt es in der
Film und Frau im Juli 1955. Der Artikel "Friedrich Schillers Frauengestalten" erzählt über die Jugendeindrücke und Lebenserfahrungen des Dichters mit Frauen.
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Friedrich Schillers Mutter Elisabeth geb. Kodweis
Erfahrung mit der Weiblichkeit
Friedrich Schiller ist kein Dichter der Liebe. Die erotischen Spannungen in seinen Stücken und Szenen werden von der Dialektik überlagert. So ist auch "
Kabale und Liebe" nicht ein rührendes Werk über die Liebe, sondern über einen sozialen, zeitbedingten Missstand. Wenn Schiller als Lyriker die Liebesharfe anschlägt, wirkt es unecht. Die Gründe dafür liegen womöglich in seiner Vergangenheit.
Schiller ist in seiner Schulzeit ein Moralist, der sich von der Sexualdialektik seiner pubertierenden Klassenkameraden fernhält. Seine Jugend verläuft größtenteils ohne den Einfluss von Frauen. Sein Vater bleibt aufgrund verschiedener Obligationen beim Militär oft von Zuhause fern. Schillers Mutter ist das optimistische Element im Hause, auch seine Schwestern üben keinen großen Einfluss auf ihn aus. Schillers fehlendes Wissen über Frauen spürt man später in seinen Gedichten. Als er fliehen muss, verliert er zudem den Kontakt zu den Schwestern und der Mutter. Erst in seiner Frau Charlotte von Lengefeld findet er eine weibliche Person von höchster Bedeutung. Sie ist ihm Kameradin, Hausfrau, Pflegerin und Geliebte - auch noch Jahre nach seinem Tod.
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Friedrich Schillers Ehefrau Charlotte von Lengefeld
Schiller zufrieden mit Paula Kalenberg
Friedrich Schiller schaffte mit seinen Werken die Grundlage für viele Theaterstücke. Viele weitere wurden für die große Leinwand adaptiert. "
Wilhelm Tell" wurde beispielsweise mehrmals verfilmt. Auch von "
Kabale und Liebe" gibt es mehr als eine Fernsehfassung. In der Kino-Version aus dem Jahre 2005 glänzt Newcomerin
Paula Kalenberg in der weiblichen Hauptrolle. Als Luise Miller spielt die damals 18-Jährige neben
August Diehl,
Götz George und
Katharina Thalbach. Für sie stellte sich bei den Dreharbeiten die Frage, was Tod und Leid mit der Liebe zu tun haben.
In ihrer Schulzeit hat sie sich mehr mit Schillers Zeitgenossen
Johann Wolfgang von Goethe auseinandergesetzt. Sie fand Schillers Texte zu düster und entwickelte keinen besonderen Gefallen an seinen Werken, wie sie selbst in einem Interview sagt. Die Rolle erweckte in ihr allerdings die Liebe zur Schauspielerei. Schiller wäre mit der Besetzung der Luise vermutlich zufrieden gewesen.