
Busby Berkeleys weißer Sportwagen
Musicalstar tötet drei Menschen
Busby Berkeley ist auf Hollywoods Bühnen kein Unbekannter. Im Gegenteil. Er ist derzeit vielleicht der berühmteste Musicalregisseur, den die Traumfabrik zu bieten hat. Doch vor kurzem erlitt sein glanzvoller Stern einen Kratzer. Nach einer Party am 8. September 1935 raste Berkeley in seinem weißen Sportwagen den Highway entlang. Er verlor die Kontrolle über seinen Wagen und kam auf die Gegenfahrbahn. Dort streifte er ein entgegenkommendes Fahrzeug und stieß frontal in einen zweiten Wagen. Drei Insassen dieses zweiten Wagens starben.
Busby Berkeleys berühmte Musical-Formen
Gerichtsverfahren nach Autounfall
Busby Berkeley erlitt bei dem Unfall nur leichte Kopf- und Beinverletzungen. Derzeit muss er sich wegen Totschlags vor Gericht verantworten und wird auf einer Trage in den Gerichtssaal gehievt. Berkeleys Arbeitgeber
Warner Bros. engagierte zu dessen Verteidigung den Star-Anwalt Jerry Geisler. Dieser vertrat bereits Stars wie
Charlie Chaplin,
Errol Flynn und
Robert Mitchum vor Gericht.
Das Ziel von Geisler ist klar: Er will seinen Mandanten frei kriegen. Dazu sind ihm beinahe alle Mittel recht. So präsentierte er bei der letzten Gerichtsverhandlung den linken, platten Vorderreifen des weißen Sportwagens und schob die Schuld des Unfalls auf den kaputten Reifen. Ob sich die Geschworenen davon überzeugen lassen, ist fraglich. Wir sind gespannt, wie die Sache ausgeht.
Busby Berkeley schrieb Musical-Geschichte
Freispruch nach 3. Prozess
Busby Berkeley erhielt nicht nur von seinem Anwalt Rückendeckung, sondern auch prominente Kollegen wie
Frank McHugh,
Mervyn Leroy und
Glenda Farrell sagten aus, Berkeley habe die Party am Unfallabend in nüchternen Zustand verlassen. Dabei war der Musicalregisseur für seine Alkoholsucht bekannt.
Das erste Verfahren endete ohne ein Urteil der Geschworenen, die sich nicht auf auf schuldig oder unschuldig einigen konnten. Beim zweiten Prozess stimmten sieben Geschworene für Berkeleys Unschuld. Beim letzten Prozess im September 1936 wurde er schließlich freigesprochen.