RETRO News

Liane Haid
Die "Blonde Kathrein" erobert die Leinwand

Liane Haid schenkt sauber ein

Dass der Text eines Schlagertitels als Ausgangspunkt für eine amüsante Filmhandlung dienen kann, beweist das Lustspiel "Bei der blonden Kathrein". In den Bavaria-Filmateliers nahe München hat sich ein Aufnahmestab zusammengefunden, um die Titelfigur des populären Gassenhauers zu neuem Leben zu erwecken. Eine in allen Details nachempfundene Weinstube steht inmitten des Ateliers und wird zum Ort des Geschehens. Inmitten der Kulissen tummeln sich Darsteller wie Liane Haid und Joe Stöckel, die von Regisseur Franz Seitz mit routinierter Hand auf ihre Plätze dirigiert werden. Im Mai 1934 findet sich ein Berichterstatter des Magazins Filmwelt zu einem Atelierbesuch ein.
Von  Michael Wenk, 26. Oktober 2012

Joe Stöckel

Joe Stöckel

Liebesnöte in der Wirtsstube
Die Handlung des Films führt den Zuschauer ins romantische Würzburg. Genauer gesagt in die Studentenkneipe "Zur Goldenen Gans", ein uriges Weinstüberl mit grünen Ranken und Hirschgeweih an der Wand. Wirtin des Lokals ist die blonde Kathrein (Liane Haid), die Studenten wie Honoratioren mit ihrem weiblichen Charme den Kopf verdreht. Besonders der Korpsstudent Leopold Ruhland (Rolf von Goth) ist hellauf für Kathrein entflammt.

Das bringt Stefan Birkmeier (Fred Hennings), den Küfer- und Kellermeister der "Goldenen Gans", gegen ihn auf. Denn auch Stefan macht sich Hoffnungen auf die Hand der feschen Kathrein. Von Eifersucht gepeinigt, wirft Stefan eines Tages den Bettel hin und stürmt wutentbrannt aus dem Lokal. Kathrein ist ratlos: Den schneidigen Leopold schätzt sie, zumal dessen Vater (Joe Stöckel) seit eigenen Studententagen der "Goldenen Gans" als Gast verbunden ist.

Einen angehenden Akademiker hinter der Wirtstheke kann sich Kathrein allerdings nicht vorstellen. Längst hat sie ihr Herz an den ungestümen, doch bodenständigen Stefan verloren. Doch der muss erst einmal zurückgewonnen werden.

Rolf von Goth

Rolf von Goth

Süsses Mädel des österreichischen Films
Hauptdarstellerin Liane Haid darf zu Recht als Urgestein des deutschsprachigen Films bezeichnet werden. Ihre Karriere beginnt die gebürtige Wienerin als Balletteuse am Theater. 1915 steht die 20-Jährige erstmals vor der Kamera. Während des Ersten Weltkriegs wird sie im Rahmen patriotischer Filmpropaganda eingesetzt. In Richard Oswalds Historiendrama "Lady Hamilton" schafft sie 1921 den Durchbruch als Leinwandstar. Schnell hängt ihr das Image des "süßen Mädels" an, dem sie in Rollen als Dienstmädchen, Adelige oder Filmdiva unterschiedliche Facetten abzugewinnen versucht. Der Übergang vom Stumm- zum Tonfilm gelingt der ausgebildeten Sängerin mühelos.

Besonderen Erfolg hat sie 1930 mit dem Robert-Stolz-Schlager "Adieu, mein kleiner Gardeoffizier". 1940 beendet Liane Haid ihre Filmkarriere und zieht sich ins Privatleben zurück. In der Komödie "Die fünf Karnickel" kehrt sie 1953 noch einmal auf die Leinwand zurück. Ende November 2000 stirbt die Schauspielerin im biblischen Alter von 105 Jahren. Ihr Geburtsjahr 1895 ist identisch mit dem Jahr der ersten öffentlichen Filmvorführungen
Michael Wenk - 26. Oktober 2012
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Liane Haid

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