Starfeature: Fauler Workaholic Milla Jovovich | FILMREPORTER.de

Starfeature

Sie liebt es starke Frauen zu spielen: Milla Jovovich
Krieg gegen das Ich

Fauler Workaholic Milla Jovovich

Vom Model zur erfolgreichen Schauspielerin - ein solcher Karriereverlauf ist immer mit dem Generalverdacht verbunden, nicht mehr als ein schauspielerndes Model mit hübschem Aussehen zu sein. Doch während vielen jungen Frauen der Sprung vom Catwalk auf die Leinwand nicht gelingt, hat es Milla Jovovich geschafft. Was kaum jemand weiß, die gebürtige Ukrainerin ist auch musikalisch unterwegs, hat bereits ein Album veröffentlicht und zu einigen Filmen auch den Soundtrack beigesteuert. Ihre Rastlosigkeit führt Jovovich allerdings auf eine Charakterschwäche zurück: ihre angeborene Faulheit. Wie geht das zusammen?
Von  Willy Flemmer/Filmreporter.de, 26. September 2010

Milla rührt 2004 die Werbetrommel für "Resident Evil: Apocalypse"

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Commie und Russin
Milla Jovovich wird am 17. Dezember 1975 als Tochter des serbischen Arztes Bogdan Jovovi? und der ukrainischen Schauspielerin Galina Loginova in der Ukraine geboren. Als Milla fünf Jahre ist, wandert die Familie nach London aus, um sieben Monate später nach Los Angeles umzuziehen. Wenig später lassen sich die Eltern scheiden. In Los Angeles versucht Millas Mutter, ihre Schauspielkarriere zu lancieren, scheitert jedoch und verdingt sich als Reinigungskraft, um die Familie zu versorgen.

Ihre Kindheit beschreibt Milla als schwierig. Obwohl sie die englische Sprache schnell lernt und bestrebt ist, sich zu integrieren, wird sie als Außenseiterin behandelt. "Die Kinder machten sich ständig über mich wegen meines Namens und meiner Herkunft lustig", heißt es 1996 in Europe Online. "Sie drehten durch, weil ich keine Amerikanerin war. Sie nannten mich Commie und Russin. Ich wurde niemals als eine von ihnen akzeptiert. So lernte ich, allein zu sein und schätzte die Zeit, die ich in meiner eigenen Welt verbrachte". Als Kind ist Jovovich rebellisch, macht früh Erfahrungen mit Drogen und fällt durch Vandalismus und Kreditkartenbetrug auf. Bereits mit zwölf verlässt sie die Schule.

Milla Jovovich auf Münchner PK zu "Die drei Musketiere 3D"

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Antriebsfeder Mutter
Wohl weil die Mutter niemals den Durchbruch als Schauspielerin schaffte, setzt sie alles daran, die Model- und Schauspielkarriere von Milla in die Wege zu leiten. "Meine Mutter hatte definitiv die Kontrolle über meinem Leben, äußert Jovovich 2007 gegenüber Telegraph.Fashion. "Sie hat mich erzogen, damit ich ein Filmstar werde". Trotzdem nimmt Milla ihre Mutter immer in Schutz, wenn diese von den Medien kritisiert wird.

Ihren Ehrgeiz führt die Tochter auf die ärmlichen Verhältnisse und die kulturellen Wurzeln zurück. "Wenn man nichts hat, dann benutzt man jede Ressource, auch die Kinder, sagt Jovovich. "Das ist nichts Schlimmes, man gebraucht einfach das, was man hat. Es hat nichts mit der modernen amerikanischen Einstellung zu tun, demnach die Kinder selbstständig sind. In den russischen Familien geht es obsessiver zu. Da heißt es, du gehörst mir und du tust, was ich dir sage. Dahinter steckt eine ganz andere Weltsicht".

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