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Grenzen überschreiten
Jürgen Vogel will berühren
Jürgen Vogel schlägt sich Ende der 1980er Jahre in Berlin als Nachwuchsdarsteller ohne Ausbildung durch.
Sönke Wortmanns "
Kleine Haie" bringen ihn 1992 in die Erfolgsspur. Mittlerweile ist Vogel regelmäßig auf der Kinoleinwand und den Fernsehschirmen zu sehen. In "
This is Love" von
Matthias Glasner spielt er den skrupellosen Holger, der in Konflikt mit einen vietnamesischen Kinderhändlerring gerät. Mit uns sprach der Schauspieler über seinen Promistatus, systematische Ungerechtigkeit und warum man ihn besser nicht nach Hollywoodplänen befragen sollte.
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Jürgen Vogel versucht ein Experiment in "Die Welle"
Ricore: Woran erinnern Sie sich spontan, wenn Sie an die Dreharbeiten zu "This is Love" zurück denken?
Jürgen Vogel: Das waren ganz besondere Dreharbeiten. Wir haben mit den Dreharbeiten in Vietnam angefangen und ich fand das Land sehr schön, beeindruckend. Das war ein guter Anfang um sich in die Geschichte einzufinden. Ich war vorher noch nie dort.
Ricore: In welchen Eigenschaften ähneln Sie Ihrem Charakter Holger?
Vogel: Ich würde da keine Beziehung herstellen wollen, das ist mir zu langweilig. Jede Figur hat in gewisser Weise etwas mit einem zu tun, sonst würde man sie nicht spielen. Im Theater gibt man seine Persönlichkeit komplett weg und ist nur noch die Figur, das ist beim Film anders. Seit James Dean oder Marlon Brando hat sich das grundlegend verändert und man bringt als Schauspieler mehr die eigene Persönlichkeit in seine Rolle ein. Dadurch wird die Figur innerhalb des Films lebendig.
Ricore: Nach welchen Gesichtspunkten wählen Sie Ihre Rollen?
Vogel: Es gibt keine speziellen Gesichtspunkte, außer dass ich irgendetwas lesen und ich das Bauchgefühl habe, dass ich das spielen möchte. Das Drehbuch muss mich irgendwie anmachen, weil genau das der Grund ist, warum ich den Beruf ausübe, nämlich um anhand der Geschichte und der Figur, Menschen emotional zu berühren.
Ricore: Gibt es Rollen die Sie kategorisch ablehnen?
Vogel: Nein, so etwas gibt es nicht. Das wäre dumm, denn man kann als Schauspieler nicht prinzipiell eine Rolle ablehnen. Es kommt immer darauf an, wie die Rolle geschrieben ist und wer sie in Szene setzt. Zunächst muss man die Geschichte kennen, bevor man solche Entscheidungen trifft. Es kommt vor, dass Kollegen etwas für sich ausschließen und dann fünf Jahre später doch weich werden. Vielleicht ist es bei dem einen oder anderen die berufliche Unerfahrenheit die diesbezüglich ausschlaggebend ist.