© Pandora Film
"Schreckliche Mittelklasse"
André Wilms & Blondin Miguel
André Wilms lehnt in einem blauen Sessel und zieht an seiner Zigarette. Die ist nicht echt, man darf im Hotelzimmer nicht rauchen. Neben ihm sitzt der 13-jährige
Blondin Miguel, sein Filmpartner in
Aki Kaurismäkis "
Le Havre". Wilms wird hier als Marcel zum Retter für den kleinen Flüchtling Idrissa. Im Interview mit
Filmreporter.de bedauert Wilms, dass Marx heute nicht mehr gelesen wird und fordert die junge Generation zur Revolution auf. Der kleine Miguel hat für die Flüchtlingsfrage ein paar Lösungsvorschläge.
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Andre Wilms und Jean-Pierre Darroussin in "Le Havre"
Ricore: Was treibt Ihre Figur Marcel zu seiner Hilfsbereitschaft an?
André Wilms: Warum machen die Leute so was? Warum machen Sie es nicht mehr? Man merkt, dass es niemand mehr macht und man macht einen Film, in dem vielleicht noch jemand etwas macht.
Ricore: Hat er für seine Hilfsbereitschaft besondere Beweggründe?
Wilms: Er heißt Marcel Marx. Sagt euch Leuten das heute noch was?
Ricore: Ja, der Name sagt mir was. Gelesen habe ich Ihn allerdings nicht mehr.
Wilms: Da fängt das Problem an. Die Leute lesen
Marx schon so lange nicht mehr.
Ricore: Muss man für die eigene Hilfsbereitschaft auf eine Ideologie zurückgreifen?
Wilms: Ja. Sonst wäre man nur wie das Rote Kreuz. Das ist natürlich die größte Scheiße. Leute zu helfen, ohne Ihnen sagen: "Du musst auch kämpfen". Das ist die ganze Kacke, bei der alle nach Afrika gehen und sagen: "Gebt Ihnen endlich etwas zu essen!", anstatt zu sagen: "Nehmt Gewehre und schießt euch alle zusammen". Aber stopp, wir sind hier nicht im Charity-Business.