Interview

Madonna (Cannes 2008)
Sehnsucht nach Freiheit

Madonna bleibt unbeirrbar

Als Musikerin braucht Madonna nichts mehr zu beweisen. Seit Jahrzehnten gilt sie als die Königin des Pop, auch wenn der Gipfel ihrer langen Karriere überschritten ist. Ganz anders sieht es im Filmbereich aus. Dort wird sie von der Kritik verrissen. Auf wenig Gegenliebe stößt auch ihre zweite Regiearbeit, das Liebes-Drama "W.E.". Doch Madonna wäre nicht Madonna, wenn sie sich von kritischen Stimmen unterkriegen lassen würde. Im Interview mit Filmreporter.de spricht die selbstbewusste Künstlerin über weibliche Unabhängigkeit, Vorurteile und Lady Gaga.
Von  Julia Manfredi/Filmreporter.de, 19. Juni 2012

W.E.

W.E.

Filmreporter.de: In Ihrem Film "W.E." verzichtet der angehende britische König Edward VIII. für die Liebe zu Wallis Simpson auf den britischen Thron. Würden Sie jemals etwas wertvolles für die Liebe opfern?

Madonna: Ich denke, dass man in der Liebe und in Beziehungen immer Opfer bringen muss. Wenn man eine Beziehung haben will, muss man stets auch etwas aufgeben.

Filmreporter.de Wir kennen die Sängerin Madonna und wir kennen die Schauspielerin Madonna. Wie ist die Regisseurin Madonna einzuschätzen?

Madonna: Regie beinhaltet alle Dinge, die ich gerne mache. Ich liebe Kunst, Architektur, Musik, Literatur, Geschichtenerzählen und Mode. All das kann ich in der Regiearbeit zusammenbringen. Außerdem kann man als Regisseurin Geschichten auf eine Weise erzählen, wie man es als Schauspielerin nicht kann.

Filmreporter.de: Können Sie sich mit der Idee anfreunden, eines Tages Regie und Musik unter einen Hut zu bringen?

Madonna: Ich glaube nicht, dass ich mich selbst in Szene setzen kann. Mir würde dafür die Objektivität fehlen. Ich möchte entweder auf der einen Seite der Kamera stehen oder auf der anderen.

Filmreporter.de: Haben Sie manchmal das Gefühl, dass Ihnen die Arbeit über den Kopf wächst?

Madonna: Sicher. Doch wenn ich als Schauspielerin tätig bin, verlasse ich mich auf den Regisseur. Ich möchte, dass er mir sagt, was ich zu tun habe, wohin ich mich bewegen muss. Das brauche ich. Ich habe mit mehreren Spielfilm-Regisseuren zusammengearbeitet, zum Beispiel mit Warren Beatty bei "Dick Tracy". Er war bei der Arbeit immer sehr ehrlich. Er sagte mir einmal: 'Du kannst nicht zu viele Hüte tragen. Das wird dich eines Tages wahnsinnig machen'.

Filmreporter.de: Welche Regisseure schätzen Sie besonders?

Madonna: Es gibt sehr viele Filmemacher, zu denen ich aufschaue. Ich wurde von Ingmar Bergman, Jean-Luc Godard, Francis Ford Coppola und vielen, vielen anderen beeinflusst.

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