© Sony Pictures
Bösewicht wider Willen
Gefährlicher Rhys Ifans
Rhys Ifans wurde uns als
Julia Roberts' skurriler Mitbewohner Spike in der Komödie "
Notting Hill" bekannt. In "
The Amazing Spider-Man (3D)" verkörpert er nun Dr. Curt Connors, der vom engagierten Wissenschaftler zum bestialischen Reptil Lizard mutiert. Im Gespräch mit
Filmreporter.de reflektiert Ifans gut gelaunt die Gefahren wissenschaftlichen Fortschritts, die Helden seiner Kindheit und das Problem, beliebt sein zu wollen.
© Sony Pictures
The Amazing Spider-Man (3D)
Ricore: Wie fühlte es sich an, in "The Amazing Spider-Man (3D)" zum Lizard zu werden?
Rhys Ifans: Was das Visuelle angeht, musste ich nicht sonderlich viel machen, da es Spezialisten und Kostümdesigner für die visuellen Effekte gab. Was den Charakter vom Lizard angeht, musste ich lediglich einen Mann spielen, der zwar einen neuen Arm bekommt, dafür jedoch seinen Verstand verliert. Insofern musste ich mich vor allem auf das Traumatische, die Brutalität und das Böse des Reptils konzentrieren.
Ricore: Ist der zum Lizard mutierte Dr. Connors in Wirklichkeit gar kein Bösewicht?
Ifans: Wenn es in "The Amazing Spider-Man (3D)" einen wirklichen Bösewicht gibt, dann ist es die Firma, für die Dr. Connors arbeitet. Die Wissenshaft die er betreibt, ist eigentlich eine sehr gute. Aber sowohl im Film, als auch im echten Leben, kann man sehen, wie destruktiv gute Wissenschaft eingesetzt werden kann, wenn sie in die falschen Hände gerät. Dr. Connors beispielsweise, hat offensichtlich gute Absichten mit seinen genetischen Untersuchungen zur Kreuzung von Genen. Zum einen möchte er sich selbst helfen und sich einen neuen Arm schaffen. Zum anderen möchte er Millionen anderer Amputierter helfen, die eventuell durch Einsätze im Krieg oder durch Landminen verletzt wurden. Wenn man dann aber an so moralisch korrupte Unternehmen wie Oscorpe gerät, die planen, seine Therapie unter Ausschluss jeglicher Kontrolle frühzeitig auch an Menschen zu testen, gibt es Probleme. Das Connor eigentlich ein Guter ist, zeigt sich darin, dass er sich quer stellt und sich selbst zur Laborratte macht, um das Leben anderer zu schützen.
Ricore: Sind Sie der Meinung, dass Wissenschaftler in ihren Forschungen generell zu sehr unter Druck stehen?
Ifans: Ich denke schon. Das Problem ist auch, dass sich unser technisches Wissen so dermaßen schnell entwickelt, dass nur selten die Zeit bleibt, die moralischen Hintergründe in der breiten Öffentlichkeit ausführlich zu diskutieren. Hinzu kommt, dass das Militär wissenschaftliche Kenntnisse oder Errungenschaften für seine eigene Zwecke missbraucht. Das spalten von Atomen war etwa eine sehr interessante und aufregende Sache, hat jedoch in Hiroshima eine entscheidende Rolle gespielt.