© Anke Neugebauer/ARD
Erfolg statt Ausbildung
Freigeist Tobias Schenke
Tobias Schenke spielt sich als pubertierender Jugendlicher mit der Komödie "
Harte Jungs" im Jahr 2000 in viele Teenie-Herzen. Dass er mittlerweile Wert darauf legt, möglichst wenig mit dem Überraschungserfolg in Verbindung gebracht zu werden, wird im Interview mit
Filmreporter.de deutlich. Schenke spricht zudem von seiner Vorbereitung auf die Rolle als Gerichtsmediziner in der Serie "
Heiter bis tödlich - Akte Ex" und erklärt uns, warum eine abgeschlossene Schauspielausbildung für ihn der falsche Weg ist.
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Tobias Schenke als Gerichtsmediziner in "Heiter bis tödlich - Akte Ex"
Ricore Text: In den ersten zwei Episoden von "Heiter bis tödlich - Akte Ex" haben Sie nur eine kleine Rolle. Wird diese in den nächsten Folgen größer?
Tobias Schenke: Ich komme auf jeden Fall noch mehr zum Einsatz. Es wird zwar nicht so sein, dass sich meine Figur von einer kleinen Nebenrolle zur großen Hauptrolle entwickelt. Aber sie bekommt mehr Persönlichkeit und der Zuschauer erfährt mehr über das Privatleben, damit man sich mit der Figur emotional besser identifizieren kann und nicht nur ihre berufliche Seite kennt.
Ricore: Wie haben Sie sich auf die Rolle des Gerichtsmediziners vorbereitet?
Schenke: Ich habe mich natürlich damit beschäftigt was passiert, wenn man an einer Leiche arbeitet, vor allem am Tatort. Da wir mit echten Polizisten, in einem echten Krankenhaus und in einer echten Pathologie gedreht haben, konnte ich mir auch während der Dreharbeiten noch einige Informationen besorgen, damit ich keine Fehler mache. Allerdings muss ich zugeben, dass ich für die Vorbereitung meiner Rolle nicht so viel Zeit hatte, da ich sie erst ungefähr eine Woche vor Drehbeginn überhaupt angeboten bekam. Da war dann nicht mehr so viel Zeit, sich richtig einzuarbeiten.
Ricore: Weshalb wurde Ihre Rolle so kurzfristig besetzt?
Schenke: Die Rolle war kurz vorher noch nicht so jung angelegt, sondern für eine Person konzipiert, die ungefähr 50 Jahre alt ist. Aufgrund der Besetzung von
Sarah Alles als Yvette Müller, musste das Alter der Figur jedoch nach unten korrigiert werden. Weshalb, das können Sie sich wahrscheinlich denken.
Ricore: Wie gehen Sie damit um, dass Sie von vielen Menschen noch immer vor allem mit "Harte Jungs" assoziiert werden, obwohl Sie mittlerweile ganz andere Sachen spielen?
Schenke: "Harte Jungs" und die Fortsetzung "
Knallharte Jungs" sind zwei von ungefähr 70 Film- und Fernsehproduktionen die ich bisher gemacht habe. Insofern sind die beiden Komödien für mich überhaupt nicht belastend. Dass man die beiden Filme im Kopf hat, ist klar, da beide große Erfolge waren. Gespielt habe ich aber schon viele andere Charaktere, die mit diesen zwei Filmen überhaupt nichts zu tun haben und deswegen denke ich über so etwas nach zwölf Jahren gar nicht mehr nach. Das müssen andere entscheiden, ob sie mich immer noch lieber als den "Harte Jungs"-Darsteller sehen wollen, oder als Schauspieler mit vielen Facetten. Ich jedenfalls identifiziere mich mit der Rolle von damals nicht mehr.