© Universal Pictures International
'Ich bin Überlebenskünstler'
Jeremy Renner liebt Herausforderungen
Er schafft einen der bemerkenswertesten Karrieresprünge Hollywoods. Lange lebt
Jeremy Renner am Existenzminimum, hangelt sich von einem kleinen Auftritt zum anderen, aber der große Durchbruch will ihm nicht gelingen. Dann bietet ihm
Kathryn Bigelow die Hauptrolle in "
Tödliches Kommando" an. Das Anti-Kriegs-Drama beschert ihm nicht nur zahlreiche Preise, es macht ihn auch schlagartig bekannt. Es folgen Auftritte in Blockbustern wie "
Mission: Impossible - Phantom Protokoll" und "
Marvel's The Avengers (3D)". Nun ist er bei "
Das Bourne Vermächtnis" auch noch in die Fußstapfen von
Matt Damon getreten.
Filmreporter.de hat sich mit dem 41-Jährigen darüber unterhalten und nachgefragt, wie er die Herausforderung gemeistert hat.
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Jeremy Renner in "Das Bourne Vermächtnis"
Ricore: Wie groß sind die Fußstapfen an, in die Sie nach drei "Bourne"-Thrillern treten?
Jeremy Renner: Wir haben die vorausgegangenen Filme weniger als große Fußstapfen betrachtet, sondern als Ausgangspunkt, von dem aus wir neue Ansätze wagen konnten. Wir wollten mit neuen Farben auf eine neue weiße Leinwand malen. Wir hatten das große Glück, dass die drei vorausgegangenen Teile die Marschrute vorgaben und die Action sowie den Ton der Filmreihe bestimmten. Auf dieser Grundlage konnten wir uns kreativ austoben.
Ricore: Was war für Sie die größte Herausforderung in dem physisch sehr anspruchsvollen Action-Thriller?
Jeremy
Renner: Sicherlich waren die Kampfszenen sehr anstrengend, haben aber auch am meisten Spaß gemacht. Auf jeden Fall haben sie die meiste Zeit beansprucht, weil ihre Umsetzung sehr schwierig ist. Kampfszenen im Film ist wie tanzen. Man ist nur so gut wie derjenige, mit dem man kämpft. Es war anstrengend, aber ich habe es sehr genossen.
Ricore: Stimmt es, dass Sie zur Vorbereitung fernöstliche Kampfsportarten trainiert haben?
Renner: Ja, wir haben verschiedene Kampfsportarten im Film angewandt. Eine war eine philippinische Stockkampf-Disziplin. Wir ließen die Stöcke weg und kämpften mit den Händen. Außerdem wandten wir die israelische Kampfsportart Krav Maga an. Es waren Disziplinen, die vor allem schnell und effizient aussehen sollten.
Ricore: Regisseur und Drehbuchautor Tony Gilroy sagte, dass er vor allem die Charaktere des Films herausarbeiten wollte. Wir schwierig war es für Sie als Schauspieler, einen runden Charakter innerhalb der Action- und Franchise-Erwartungen zu kreieren?
Renner: Der Film hat tatsächlich einige dramatische Szenen, die sehr wichtig für den Film sind. In einem Actionfilm sind sie umso wichtiger, weil man in diesem Genre nicht genug Zeit hat, um einen Zugang zu einer Figur zu finden. Sie durften also auf keinen Fall fehlen.
Ricore: Wo ziehen Sie für sich die Grenze zwischen den Stunts, die Sie selber machen und solchen, die zu gefährlich sind?
Renner: Ich treibe mich jeden Tag an, die Actionszenen selbst darzustellen. Andererseits habe ich viel zu viele Leute um mich herum, die nicht wollen, dass ich mir wehtue (lacht). Sie machen sich Sorgen um meine Sicherheit. Da kann die Trennlinie zwischen dem, was ich tun darf und nicht, sehr früh einsetzen. Bei "Bourne" fing das schon mit dem Regen in Manila an als ich mit dem Motorrad ohne Helm aber mit
Rachel auf dem Hintersitz fahren musste. Das war zu gefährlich. Man hatte keine Angst, dass uns was passiert, wollte das Risiko aber nicht eingehen.