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Ich fühlte mich provoziert
Vergessene Schicksale
In "
Bordertown" spielt
Jennifer Lopez eine Journalisten die im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet einer exorbitant hohen Anzahl von Frauenmorden nachgeht. Um die Grenzstadt Juárez herum fokussieren sich die Aktivitäten des mutmaßlichen Serientäters. Zu unserem Gesprächstermin erscheint die Schauspielerin und Sängerin sichtlich gelöst.
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Bordertown
Ricore: Was halten Sie von den Filmfestspielen in Berlin?
Jennifer Lopez: Ich mag die Atmosphäre hier und habe nur gute Erinnerungen an das Festival. Es ist ein bisschen chaotisch, aber das finde ich nicht schlimm. Hier in Berlin stehen die Filme im Vordergrund.
Ricore: Haben Sie sich vor dem Film bereits mit der Problematik der Frauenmorde im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet befasst?
Lopez: Erst Regisseur
Gregory Nava hat mich darauf aufmerksam gemacht. Ich hatte zuvor keine Ahnung davon, was in Juarez vor sich geht. Als ich mich dann mehr damit beschäftigt habe, entwickelte sich bei mir eine Leidenschaft für das Thema. Gregory und ich haben viel über das Drehbuch gesprochen und uns intensiv mit der Geschichte auseinandergesetzt.
Ricore: Was hat Sie an der Rolle gereizt?
Lopez: Die Frauen in "
Bordertown" wurden von der Gesellschaft komplett übersehen. Keiner hatte ein Auge auf diese Frauen und keiner hat sich um sie gekümmert. Es ist, als hätte es sie nie gegeben. Das hat mich ärgerlich gemacht und provoziert.
Ricore: Fällt es schwerer einen ernsthaften Charakter glaubhaft darzustellen, wenn man Jennifer Lopez heißt?
Lopez: Kann schon sein. Natürlich verbinden mich viele mit der Popkünstlerin und nicht mit einer Schauspielerin, die in einem Film mit ernster Thematik auftaucht. Ich bin nicht unglücklich über mein Image, denn ich arbeite sehr hart für meinen Erfolg. Manche erkennen nicht, dass ich auch in meinen Texten als Sängerin immer wieder variiere oder dass ich versuche, verschiedene Filmcharaktere zu spielen. Ich spiele in "Bordertown" eine unkomplizierte und uneitle Frau, die sich nicht viel um ihr äußeres Erscheinungsbild sorgt. Ich wollte sie so authentisch wie möglich zeigen.
Ricore: Wünschen Sie sich manchmal, nicht im Rampenlicht zu stehen?
Lopez: Manchmal, wenn ich zum Beispiel einkaufen gehe, dann wäre es einfacher, wenn man mich nicht sofort erkennen würde. Ansonsten kann ich gut damit leben.