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Renn, wenn Du kannst

OriginaltitelRenn, wenn Du kannst
GenreDrama
Land & Jahr Deutschland 2009
Kinostart29.07.2010 (Zorro Film)
FSK & Länge ab 12 Jahren• 116 min.
RegieDietrich Brüggemann
Darsteller Robert Gwisdek, Jacob Matschenz, Anna Brüggemann, Daniel Drewes, Amelie Kiefer, Franziska Weisz
Links IMDB
Bewertung (Skala: 1-10)
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Redaktion:6.0

Film: Inhalt

Die schüchterne Annika (Anna Brüggemann) studiert Cello an der Musikhochschule. Ihr Alltag besteht aus Üben und Vorspielen, dazwischen ist sie einfach nur nervös. Jeden Tag fährt die Studentin mit ihrem Fahrrad den gleichen Weg zur Uni. Jeden Tag über eine rote Ampel. Und jeden Tag wird sie hierbei von Benjamin (Robert Gwisdek) durch ein Fernrohr beobachtet. Der Student sitzt seit einem Unfall vor sieben Jahren im Rollstuhl. Gerade hat Benjamin seine fertige Magisterarbeit aus dem Fenster geworfen. Ansonsten besteht sein Alltag aus dem Tyrannisieren seiner Mitmenschen. In einer Mischung aus Arroganz und Zynismus kommandiert er jeden herum. So auch seinen neuen Zivildienstleistenden Christian (Jacob Matschenz), der sich die kommenden sechs Monate um den schwierigen Charakter kümmern wird. Als Christian eines Morgens auf Annika trifft, lernen die drei Außenseiter sich kennen. Mit der Zeit bildet sich eine zarte Freundschaft zwischen ihnen, in der sie gemeinsam von ihren nicht erfüllten Sehnsüchten träumen. Die Beziehung wird allerdings auf eine harte Probe gestellt, als sich beide Jungs in Annika verlieben. Diese kann sich nicht entscheiden. Hinzu kommt eine Reise zu den tiefsten Abgründen und Ängsten aus Benjamins Vergangenheit...

Film: Kritik

Einsamkeit, Freundschaft, Träume: Diese Zutaten kombiniert Dietrich Brüggemann in "Renn, wenn Du kannst". Anfangs gelingt es ihm sehr gut, diese Reizwörter glaubhaft und ohne Kitsch zu inszenieren. Im Fortgang der Handlung bröckeln sowohl die Charaktere als auch die Stimmigkeit der Geschichte. Brüggemann präsentiert den schwierigen Rollstuhlfahrer Benjamin, der nichts anderes zu tun hat, als sich mit seinem Lebensleid zu beschäftigen. Der Zuschauer wird neugierig darauf, welches Ereignis ihn derart geprägt hat, dass er jetzt ein solch unerträglicher Kerl ist. "Renn, wenn du kannst" hätte allerdings mehr davon gehabt, die Spannung aufrecht zu erhalten und den Protagonisten nicht verweichlichen zu lassen. Ähnlich verhält es sich mit den anderen beiden Protagonisten. Annika geht dem Zuschauer zwischenzeitlich ganz schön auf die Nerven, denn nichts außer einem kindlichen Unwissen zeigt sich auf ihrem Gesicht. Diese Naivität wirkt künstlich - zumindest für die Lebenssituation der jungen Cellistin. Auch Christian ist in seiner Art eher abschreckend. Wie positiv kann ein Mensch eigentlich sein? Obwohl die Charaktere phasenweise völlig überzeichnet sind, verdienen Robert Gwisdek, Anna Brüggemann und Jacob Matschenz für ihre überzeugende Darstellung ein Riesenlob. Doch leider schaffen sie es nicht, dem Film die nötige Spannung zu geben. Ab der Hälfte werden die Ereignisse absehbar. Brüggemann versucht, die unterschiedlichen Hoffnungen des Figurentrios zu verdeutlichen. Leider scheitert er genau an diesem Unterfangen. Was als hoffnungsvolle Charakterstudie über Ziellosigkeit in der heutigen Gesellschaft beginnt, endet mit einem unglaubwürdigen Happy End.

Renn, wenn Du kannst

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