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© Indie-Stars/Stefanie Grewel

Reality XL

OriginaltitelReality XL
GenreThriller
Land & Jahr Deutschland 2012
Kinostart12.01.2012
FSK & Länge ab 12 Jahren• 81 min.
RegieThomas Bohn
Darsteller Heiner Lauterbach, Max Tidof, Godehard Giese, Annika Blendl
Homepage http://www.reality-xl.com
Links IMDB
Bewertung (Skala: 1-10)
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Redaktion:6.0

Film: Inhalt

Die Nachtschicht am Large Hadron Collider (LHC) des Genfer Kernforschungsinstitut CERN beginnt. Mit 23 Kollegen betritt der von Heiner Lauterbach verkörperte Professor Konstantin Carus den Kontrollraum. Als die Schicht am folgenden Morgen endet, passiert nur er die Schleuse. An einem unbekannten Ort wird der Physiker zu den mysteriösen Vorgängen verhört. Geleitet wird die Befragung von Staatsanwalt Robin Spector (Max Tidof).

An seiner Seite ermittelt Sophia Dekkers (Annika Blendl). Protokollant Antoine (Godehard Giese) schreibt alles, wirklich alles mit. Sogar Carus' Blick auf Dekkers Hintern protokolliert er. Schließlich gilt es, die ganze Wahrheit herauszufinden. Doch das Verhör nimmt bald eine kuriose Wendung. Carus gibt seine anfängliche Abwehrhaltung auf und behauptet, er habe seine Kollegen verschwinden lassen. Die ungläubigen Staatsvertreter stellen ihn auf die Probe und bald wird klar: hier ist nichts, wie es zunächst erscheint.

Film: Kritik

Science-Fiction-Themen eignen sich traditionell für eine bombastische Inszenierung mit großen Spezialeffekten. Gerade die groß angelegte Manipulation von Materie in Traum oder Realität lädt zu beeindruckenden Visualisierungen ein. Zuletzt zeigte dies Christopher Nolan in "Inception".

"Reality XL"-Regisseur Thomas Bohn entscheidet sich für seinen Independent-Film anders und inszeniert ein Kammerspiel. Drei Räume, ein Innenhof und vier Schauspieler - das wars. Wo visuelle Ablenkungen fehlen, richtet sich der Fokus des Zuschauers auf die Qualität von Drehbuch und Darstellern. Thomas Bohn hat ein Gespür dafür, die Plot-Twists richtig zu timen. Er strapaziert die Geduld des Zuschauers nicht. Regelmäßig sorgen neue Informationen für einen Twist des Plots. Gegen Ende verdichtet sich diese Tendenz. Diese schnelle Abfolge von Wendungen ist jedoch stringent genug, und verwirrt so nicht.

Die Figuren sind schon in den Dialogen schräg angelegt. Besonders Godehard Giese und Max Tidof gelingt es, diese Skurrilität mit ihrem Spiel weiter herauszuarbeiten. Giese gewinnt als alles protokollierender Antoine die Bedrohlichkeit eines Überwachungsapparats. Dies wird gut mit seiner grundsätzlichen Sympathie für Professor Carus konterkariert. Tidof macht sich die Rolle des intelligenten, ruhigen und akkurat gekleideten Verhörspezialisten zu Eigen. Statt sich die Hände schmutzig zu machen, vertraut er auf scharfsinnige Fragen, um seinen Kontrahenten aus der Reserve zu locken.

Diese Stärken machen "Reality XL" zu einem sehenswerten Film. Bohn gelingt es, ein klassisches High-Science-Fiction-Thema - das Wesen der Realität - aus der bombastischen Inszenierungskonvention in eine Bühnensituation zu ziehen. Einziger Wermutstropfen ist das schwache Ende, das den philosophischen Implikationen ihren Stachel nimmt.

Reality XL

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