© Michael Domke/Ricore Text
Missratene Rollenwahl?
Heiner Lauterbach will mehr Anspruch
Heiner Lauterbach kommt gut gelaunt zur Münchner Premiere von "
Reality XL". Kodarsteller
Max Tidof und Regisseur
Thomas Bohn begrüßt er mit einer freundschaftlichen Umarmung. Schnell ist klar, dass Lauterbach viel an dem kleinen Independent-Projekt liegt. Energisch fordert er ein paar Kinobesucher auf, den Film in den ersten Tagen anzuschauen. Vor der Filmvorführung nimmt er sich Zeit, mit
Filmreporter.de über eine besonders reizvolle Rolle und sein Interesse an Wissenschaft und Religion zu sprechen.
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Heiner Lauterbach mit Kollegen auf der Premiere von "Reality XL" in München
Ricore: Es wurde berichtet, Sie hätten für "Reality XL" auf Ihre Gage verzichtet.
Heiner Lauterbach: Nicht verzichtet, zurückgestellt. Das ist ein entscheidender Unterschied.
Ricore: Machen Sie das öfter?
Lauterbach: Öfter ist relativ. Ich habe das schon ein paar Mal gemacht. Die Regel ist das aber natürlich nicht.
Ricore: Was muss ein Projekt denn haben, damit Sie so etwas machen?
Lauterbach: Zunächst einmal muss man feststellen, dass man heutzutage andere Wege gehen muss. Nur so kann man die Filme drehen, die man gerne machen möchte und nicht nur das, was man halbherzig macht.
Ricore: Worin lag der besondere Reiz ihrer Rolle in "Reality XL"?
Lauterbach: Das Entscheidendste ist das Drehbuch. Da geht es nicht nur um die Rolle, sondern darum, wie das ganze Paket geschnürt ist. Sprich: wie spannend ist so eine Geschichte? Das Drehbuch zu "Reality XL" habe ich in einem Rutsch gelesen. Das ist bei mir immer ein sehr gutes Zeichen, wie spannend ich etwas finde. Wenn ich das Buch zwei, drei oder sechs Mal weglegen muss und dann irgendwann weiterlese, dann weiß ich schon, dass da etwas nicht stimmt. In diesem Fall war ich von den ganzen Twists und Wendungen sofort begeistert. Das fand ich verrückt und spacig. Hinzu kommt, dass ich mich für Astrophysik interessiere.