Feature

Hugh Jackman in: The Fountain
Tod und Schicksal

Philosophischen Science-Fiction-Epos

16. Jahrhundert, Spanien: Tomas (Hugh Jackman), ein Kämpfer ohne Furcht und Tadel, sucht nach der Quelle ewiger Jugend, um seine Königin (Rachel Weisz) vor dem nahenden Untergang zu bewahren. 21. Jahrhundert, Amerika: Wissenschaftler Tommy (Hugh Jackman) glaubt, dass der Tod wie eine Krankheit geheilt werden könne. Als seine geliebte Frau Isabel (Rachel Weisz) an Krebs erkrankt, beginnt für ihn ein Wettlauf gegen die Zeit.
Von  Johannes Bonke/Filmreporter.de, 10. September 2006

Darren Aronofsky mit seinem Star Rachel Weisz auf der Fountain-Premiere in Venedig

Darren Aronofsky mit seinem Star Rachel Weisz auf der Fountain-Premiere in Venedig

Tommy kann die tödliche Krankheit einfach nicht akzeptieren. Anstatt die letzten Tage gemeinsam zu verbringen, stürzt er sich in die verzweifelte Suche nach einem Gegenmittel. 26. Jahrhundert, irgendwo im Kosmos: Der zeitreisende Tom (Hugh Jackman) schwebt im Lotussitz durch das All und erreicht schließlich das Nebelfeld Xibalba. Noch immer ist er auf der Suche nach Unsterblichkeit und findet im Baum des Lebens schließlich die Pflanze, die in seiner Vergangenheit alle Probleme hätte lösen können. Kommt die Entdeckung für ihn zu spät?

Was wenn, du ewig leben könntest? Diese Frage beschäftigt ein und denselben Mann als Kämpfer, Wissenschaftler und Entdecker über mehr als zehn Jahrhunderte. Er kann sein Schicksal einfach nicht annehmen, glaubt an die ewige Liebe und sucht Unsterblichkeit, wo er sie nicht finden kann.

Regisseur Darren Aronofsky

Regisseur Darren Aronofsky

Die Idee zu der kryptischen Odyssee entstand 1999 mit einem Geistesblitz. Sechs Jahre hat sich Darren Aronofsky Zeit gelassen, bis er dem staunenden Publikum mit "The Fountain" das Folgeprojekt seines gefeierten Drogentrips "Requiem for a Dream" präsentiert. Auf einer mythischen, einer gegenwärtigen und einer metaphysischen Ebene beschäftigt er mit einer eigentlich simplen Liebesgeschichte universellen Themen wie Tod, Geburt und Existenz, zieht Querverweise zu Bibel, ägyptischer Mythologie, Römischer Geschichte und der Kultur der Majas und wagt so den Versuch, unsere inneren Sehnsüchte in all ihrer Komplexität visuell begreiflich zu machen. Da Tom in allen drei Zeitebenen gleichzeitig präsent zu sein scheint und Aronofsky immer wieder zwischen den Welten hin- und herwechselt, werden die verschiedenen Welten zu Metaphern für das, was wir niemals erreichen werden: Kontrolle über unser Schicksal.

Mit dem altem Team, Liebe fürs Detail und brillanter Besetzung schafft Aronofsky ein philosophisches Werk, teil unverständlich, mysteriös und immer opulent inszeniert. Eine brillante Abhandlung über das Leben, die Liebe und nicht zuletzt den Tod, die auch Tage später noch nachwirkt.
Johannes Bonke/Filmreporter.de - 10. September 2006

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