Interview

Wotan Wilke Möhring in "Das letzte Schweigen"
"Einsame Inseln verrohen die Menschheit"

Regisseur Wotan Wilke Möhring?

Trotz seines komödiantischen Talents überzeugt Wotan Wilke Möhring auch in ernsten Rollen, so in Baran bo Odars Drama "Das letzte Schweigen". Dass er vielseitig ist, verdankt er seiner konsequenten Art, sich nicht auf immer die gleichen Rollen festzulegen. Heute ist er oft im Fernsehen und im Kino zu sehen. Mit Filmreporter.de sprach der Darsteller über seine geheimen Zukunftspläne, seine Vaterfreuden und darüber, dass wir Menschen eigentlich einsame, egomanische Inseln sind, wenn wir nicht lernen, mit anderen offen über Probleme zu reden.

Das letzte Schweigen

Das letzte Schweigen

Ricore: Es scheint, als würden Sie schwierige Filmstoffe magisch anziehen…

Wotan Wilke Möhring: Nein, das nicht. Aber es ist schon so, dass ich ein Faible für fordernde Filmstoffe habe. Ich denke, dem Großteil der Schauspieler geht es so. Man befasst sich intensiver mit der Figur und taucht in ihr ab. So eine Herausforderung hat man nicht oft. Ich habe keine Sekunde gezögert, die Rolle anzunehmen. Ich habe mich auf die Figur und die Arbeit gefreut, und natürlich auch auf das Wagnis, eine solche Figur darzustellen.

Ricore: War es nicht auch ein Wagnis, ein solches Projekt mit einem vielleicht nicht ganz so erfahrenen Regisseur zu machen?

Möhring: Baran bo Odar ist ja nicht unerfahren. Er hat 2006 bereits das Drama "Unter der Sonne" inszeniert. Im Vorgespräch merkt man schon, ob jemand die entsprechende Passion und Professionalität hat, ein solches Projekt zu machen. Und Ich mache viele Studentenfilme, dadurch habe ich ein gewisses Gespür dafür. Ob es von jemand der erste oder zweite Film ist, ist dann beim Drehen zweitrangig.

Ricore: Ihre Filmfigur Timo Friedrich hat wahrscheinlich sehr wenig mit Ihnen gemein. Wie sind Sie an diese anspruchsvolle Rolle herangegangen?

Möhring: Wir haben tatsächlich eine geringe Schnittmenge. Das ist aber manchmal ganz gut so. Denn je weiter man sich von sich selbst entfernt, desto mehr kann man sich auf die Rolle einlassen. Man vermischt sich dann nicht so sehr mit der Figur. Einen Ansatz zum andocken brauche ich aber schon. Wenn man gar nichts mit der Figur anfangen kann, dann soll man es vielleicht lieber lassen. Das ist eine Frage des Bauchgefühls, keine Kopfsache.

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Wotan Wilke Möhring

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