Danny DeVito zieht es in "
Der Lorax 3D" nicht vor die Kamera, sondern vors Mikrofon. Er spricht die Titelrolle und tut das gleich in mehreren Sprachen - auf Deutsch, Italienisch, Spanisch und Russisch. Im Interview mit
Filmreporter.de verriet der sympathische Schauspieler, wie er die Herausforderung gemeistert hat. Außerdem sprach er über die politische Situation in den USA, sein Umweltbewusstsein sowie das Geheimnis seiner mittlerweile 30 Jahre haltenden Ehe.
Ricore: "Der Lorax" handelt von einem Jungen, der in einer pflanzenlosen Welt lebt und sich eines Tages auf die Suche nach einem echten Baum macht. Haben Sie schon mal einen Baum gepflanzt?
Danny DeVito: Ja, ich habe schon viele Bäume gepflanzt. In meinem Garten habe ich einen Korallenbaum, einen Eiche, einen Ahorn usw. Das ist eine schöne Sache. Dennoch ist meine Hauptbeschäftigung die Schauspielerei und die Tätigkeit als Produzent. Ich habe aber einen sehr guten Gärtner - ein guter Mann (lacht).
Ricore: "Der Lorax" ist nicht ihr erster Animationsfilm. Wie kamen Sie zu dem Genre?
DeVito: Der erste Animationsfilm, in dem ich als Sprecher mitwirkte, war "
My Little Pony". Das ist nun schon mehr als 20 Jahre her. Ich tat es, weil ich gespannt war, wie meine Tochter darauf reagieren würde. Sie fand es seltsam, dass die Stimme ihres Vaters aus diesem Kerl herauskam. Außerdem habe ich den Kater in "
Last Action Hero" gesprochen und die Rolle eines Bösewichts in "
Space Jam". "Der Lorax" war etwas Besonderes. Meine Kinder sind mit dem Buch aufgewachsen. Sie haben alle Bücher von
Dr. Seuss gelesen, nicht nur die populären. "Der Lorax" vertritt eine Botschaft, mit der ich mich identifizieren kann. Wenn ich etwas Interessantes entdecke, ergreife ich die Gelegenheit beim Schopf.
Ricore: Nach welchen Kriterien entscheiden Sie sich?
DeVito: Ich entscheide immer instinktiv, egal ob es sich dabei um einen Film, ein Theaterstück oder ein Fernsehprojekt handelt. Das war vor allem bei "
Matilda" der Fall. Als ich das Angebot damals erhalten hatte, stürzte ich mich sofort drauf. Ich habe um diesen Film gekämpft. Das Buch war großartig und auch meine Kinder liebten es. Bei "Der Lorax" war das ähnlich. Als mir Produzent
Christopher Meledandri die ersten Bilder des Films zeigte, war ich davon so angetan, dass ich die Rolle unbedingt sprechen wollte. Ich konnte mich daran erinnern, wie ich das Buch meinen Kindern vorgelesen habe.
Ricore: Inwiefern können Sie sich mit der Botschaft des Films identifizieren?
DeVito: Wir sollten alle dazu beitragen, das Pendel in die andere Richtung zu bewegen. Wir sollten aufhören unsere Ozeane und unser Trinkwasser zu verschmutzen. Es sind die wertvollsten Güter. Ich selbst leiste einen kleinen Beitrag dazu, auch wenn es nur ein Elektroauto ist, das ich mir vor einiger Zeit angeschafft habe. Das mag vielleicht nicht die Welt entscheidend verändern. Aber es ist immerhin eine Botschaft.
Ricore: Sind Sie zufrieden mit Präsident Barack Obamas Politik?
DeVito: Ja, ich mag seinen Führungsstil. Er hat eine Gesundheitsreform initiiert, die niemand haben will. Es gibt einige Dinge, die er nicht durchsetzen konnte. Er ist ein guter Politiker und er hat das Beste getan, was er konnte. Viele setzen darauf, dass er scheitert. Es ist schlimm für ein Land, wenn in politischen Ämtern Menschen sitzen, die öffentlich hoffen, dass der Präsident scheitert. Das ist verrückt. Die Politiker fressen sich im Moment gegenseitig auf, mit einem Fanatismus, den man tagtäglich im Fernsehen beobachten kann.