Interview

Sascha Hehn
Warum Tom Hanks VW-Bus fährt

Sind Schauspieler normal?

Zur TV-Premiere von "Der Wildschütz - Im Tal des Schweigens 3" hatte das Team von Ricore Text die Möglichkeit, mit Sascha Hehn zu sprechen. Er gewährt einen Einblick in sein privates Leben und verrät, was Hollywoodschauspieler Tom Hanks und der ehemalige Traumschiff-Stewart gemeinsam haben. Superstars sind auch nur normale Menschen, die manchmal unerkannt bleiben wollen. So gehen beide Schauspieler ihrem ganz privaten Hobby und ihrer Leidenschaft nach. Während des Gesprächs genießt der deutsche Seriendarsteller entspannt Pralinen und Gebäck. Er muss sich um seine Figur keine Sorgen machen.

Fährt gerne mit dem Bus durch die Welt

Fährt gerne mit dem Bus durch die Welt

Ricore: Was bedeutet für Sie der Begriff Heimat?

Sascha Hehn: Heimat ist für mich dort, wo ich zu Hause bin und mich wohl fühle. Dort, wo die Natur noch in Ordnung ist, im Gleichgewicht. Aber Heimat ist für mich auch ein Ort, wo sich die Menschen in die Augen schauen, wenn sie miteinander reden.

Ricore: Haben Sie sich in der Umgebung der Dreharbeiten wohl gefühlt?

Hehn: Ich kenne das Lienzer Tal in Osttirol und das Drautal schon seit langem. Ich war dort beim Huchen fischen. Das ist ein Süßwasser-Lachs, der in der Drau vorkommt, aber leider beim Aussterben ist. Ich bin nicht umsonst gerne in dieser Ecke.

Ricore: Sie fühlen sich in der Bergwelt also wohl?

Hehn: Auf jeden Fall. Das liegt auch daran, dass Familie auf dem Bauernhof, wo wir drehten, wunderbar funktioniert. Sie leben dort oben mit ihren vier Kindern in völliger Zufriedenheit. In der Küche haben sie einen gusseisernen Herd, dadurch ist es immer warm. Dies ist ein Beispiel, das man auch mit weniger zufrieden sein kann. Da oben leben, völlig autark, mit dem Blick über die Welt, am Dach der Welt, das ist schon fantastisch. Und das sieht man denen auch an. Das ist eine andere Art von Leben.

Ricore: Ihr Filmcharakter ist etwas starrsinnig. Gibt es Parallelen zu Ihnen?

Hehn: Nein, überhaupt nicht. Mein Filmcharakter hat im Ausland studiert. Er kam zurück und hat sich in die Freundin seines Bruders verliebt. Und dadurch entsteht der immer schwelende, leichte Konflikt mit seinem Bruder, der jetzt wieder ausartet. Allerdings haben wir beschlossen, in Zukunft dieses Problem mit dem Bruder zu beerdigen. Es muss endlich Ruhe sein und darf sich nicht zu oft wiederholen. Es wäre wahrscheinlich unglaubwürdig, wenn sie sich noch einmal in die Haare kriegen würden.

Ricore: Es gibt also eine Fortsetzung von "Im Tal des Schweigens"?

Hehn: Ja, wir wollen noch einen vierten Teil drehen, wenn dies das Publikum auch will. Es ist ja immer von den Einschaltquoten abhängig und davon, wie der Film ankommt. Aber ich meine, dass das Format "Heimatfilm" oder der "moderne Heimatfilm", wie immer man das nennen will, ein Format ist, das gegen die vielen schlechten Nachrichten, die wir tagtäglich in uns aufnehmen, eine gute Dependance bildet.

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