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Theo Lingen auch privat ein Schelm
Pedant an der Rezeption
So kennt das Publikum
Theo Lingen: Kerzengerade, in adrettem Anzug, mit zurückgelegtem, kurzem Haar, leicht abstehenden Ohren und überkorrekter Haltung. Die Rolle des Hoteldirektors im Bavaria-Film "
Liebe dumme Mama" ist ihm wie auf den Leib geschneidert. Die Liebeskomödie sorgt für unterhaltsame Verwirrung, indem
Luise Ullrich als junge Hotelbesitzerin argwöhnisch die neue Liebe der verwitweten Mutter (
Leopoldine Konstantin) hintertreibt. Ihr Gehilfe: der Pedant an der Rezeption.
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Ein gewissenhafter Diener widmet sich ausgiebig der Garderobe
Verwechslungskomödie im Hause Lingen
Der Reporter der Zeitschrift
Filmwelt staunt am 30. Juni 1934 nicht schlecht, als er bei Familie Lingen an die Tür klopft und ihm ein Kammerdiener mit Fliege und Anzug öffnet. Natürlich erkennt er in der Kostümierung den berühmten deutschen Komiker. Dieser verneint aber: "Herr Lingen ist nicht zu Hause." Die Verwechslung müsse ein "irrtümlicher Irrtum" sein. Trotzdem führt der falsche Diener den Gast durch das Grünewalder Häuschen, wo er gerade dabei war, die Garderobe seines Herrn in Ordnung zu bringen.
Theo Lingen ist auch privat ein leidenschaftlicher Filmemacher, vor allem aber ein fürsorglicher Vater. Seit 1928 ist er mit Marianne Zoff, der ersten Ehefrau von
Bertolt Brecht verheiratet. Mit Hanne, ihrer Tochter aus erster Ehe und der gemeinsamen Tochter Uschi lebt die Schauspielerfamilie im Westen Berlins. Da gehört der kleine Hund Dinny ebenso zum Hausstand wie ein Klavier, auf dem der Vater mit Adoptivtochter übt. Ein Diener hat im gemütlichen Familienidyll eigentlich nichts zu suchen. Aber er steht dem schelmischen
Theo Lingen einfach - der Anzug.
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Theo Lingen als Angestellter des Hotel Sacher
Vom Hotel- zum Schuldirektor
Ob als Komödiant im eigenen Haus, als Hoteldirektor in "
Liebe dumme Mama" oder einer Schule in "Die Lümmel von der ersten Bank", immer brachte der Hannoveraner Theo Lingen sein Publikum zum Lachen. Dabei war die näselnde Stimme nur eingeübt. Privat soll der Komiker ernst, still und sehr belesen gewesen sein. Dank seiner Popularität und recht unverfänglicher Rollen bekam er trotz der Ehe mit einer Halbjüdin während der Nazi-Zeit eine Sondergenehmigung von Joseph Goebbels, die es ihm ermöglichte, weiterhin als Schauspieler in Deutschland zu arbeiten.
Nach Kriegsende wurde
Theo Lingen vorübergehend Bürgermeister der österreichischen Gemeinde Strobl. Von 1948 an spielte er am Wiener Burgtheater, wo er nach seinem Tod 1978 in einem Ehrengrab beigesetzt wurde.