Vita
Der 1890 in Wien geborene Regisseur blickt gleich auf zwei erfolgreiche Karrieren zurück, eine in der Zeit der Weimarer Republik, die zweite in Hollywood. Als Lang 1933 von Goebbels die Leitung der Deutschen Filmproduktion angeboten bekommt, entscheidet er sich für das Exil und wandert über Frankreich nach Hollywood aus. In den 1920er Jahren ist Lang zunächst politisch uninteressiert. Dennoch ist Langs Werk von Anfang an zeitbezogen. Wie kaum ein anderer Filmemacher schafft er es, die Qualität seiner Stummfilme innerhalb Hollywoods aufrecht zu erhalten. Das liegt auch daran, dass Lang vornehmlich in Genres tätig ist, die seiner fatalistischen Weltanschauung entgegenkommen.
Lang schafft Meilensteine im Bereich des Film-Noir ("
Heißes Eisen"), des Psychothrillers ("
Straße der Versuchung") und der Gesellschaftssatire ("
Jenseits allen Zweifels"). Trotzdem muss er sich immer wieder willkürliche Eingriffe durch Produzenten gefallen lassen. Doch auch in Deutschland, wohin er Ende der 1950er Jahre zurückkehrt, findet er nicht die erhoffte künstlerische Freiheit. Weder "
Das indische Grabmal" noch "
Der Tiger von Eschnapur" als auch "
Die 1000 Augen des Dr. Mabuse" können an die Qualität seiner früheren Arbeiten anknüpfen.