Interview

Sigourney Weaver
Von "Alien" zu Aliens

Sigourney Weaver unter Männern

Eigentlich blieb Sigourney Weaver ihrer Linie immer treu: Nach einem erfolgreichen Film wollte sie stets etwas anderes machen, um nicht auf eine Rolle oder eine Figur festgelegt zu werden. Doch dann kam Ridley Scotts "Alien". Weaver schlüpfte vier Mal in die Rolle der Ellen Ripley. Dass sie 30 Jahre nach jenem Film, der ihr den Durchbruch brachte, erneut eine tragende Rolle in einem Science-Fiction-Epos übernehmen würde, hätte sie damals strikt abgelehnt. Aber einem Perfektionisten wie James Cameron kann man schließlich nicht wiederstehen. Als Wissenschaftlerin Grace ist die 60-jährige Schauspielerin im Epos "Avatar - Aufbruch nach Pandora" zu sehen. Ganze 16 Jahre dauerte es, bis dieser Film fertig gestellt war.
Von  Andrea Niederfriniger/Filmreporter.de, 17. Dezember 2009

Sigourney Weaver

Sigourney Weaver

Ricore: Sie arbeiten nach so vielen Jahren erneut mit James Cameron zusammen. Wie war das? Damals bei "Aliens" (1986) waren sie beide jünger...

Sigourney Weaver: Bei "Aliens" arbeitete er es mit einem außergewöhnlichen Team zu tun. Die meisten waren Engländer und dachten sich: Wer ist denn dieser James Cameron? Sie waren noch zu sehr auf Ridley Scott fixiert. James musste in große Fußstapfen treten. Aber er war großartig. Heute genießt James viel Respekt in - und außerhalb der Filmbranche. Ich denke, dass er viel relaxter an die Sache herangeht, aber nicht weniger engagiert ist. Er geht nach wie vor keine Kompromisse ein, wenn es um seine Arbeit geht. Heute wie damals kümmert er sich in einzigartiger und höflicher Weise um die Schauspieler. Er ist ein Regisseur, der unsere Arbeit und uns als Personen respektiert. Bei "Avatar - Aufbruch nach Pandora" merkte man auch, wie viel Freude er hat.

Ricore: Immerhin hat er zwölf Jahre lang keinen Film mehr gedreht...

Weaver: Ja, er genoss es sichtlich, endlich wieder eine Kamera in der Hand zu halten, zumal es eine war, die er selbst entwickelt hat. Es war eine Freude ihm zuzusehen, wie er in jener Welt, die er mit all den außergewöhnlichen Kreaturen, den Charakteren und der Natur erschaffen hat, verschwand. Er war wie ein Kind in einem Süßwarenladen. Das machte uns Schauspielern auch viel Spaß. James Cameron ist nach wie vor ein Task Master, der das Beste aus dem Team herausholen will. In dieser Hinsicht ist er natürlich sehr fordernd, vor allem gegenüber sich selbst. Am Set war er immer der letzte, der ging. Die letzten Jahre hat er quasi Tag und Nacht durchgearbeitet.

Ricore: Wie haben Sie sich seit "Aliens" verändert?

Weaver: Ich hatte das Privileg, in verschiedenen Filmen mitzuspielen. Ich weiß heute, dass es ein Privileg ist, an ein so außergewöhnliches Set zu kommen, wie es bei "Avatar" der Fall war und eine derart ungewöhnliche Geschichte zu erzählen. Ich habe weder mir noch jemand anderem etwas zu beweisen, daher bin ich auch viel relaxter, als noch vor Jahren. Vielleicht bin auch präsenter als früher. In diesem Fall war es für mich ein Glücksfall, dass ich nach "Aliens" erneut mit James Cameron arbeiten konnte.

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