Das goldene Zeitalter

Originaltitel
L'Âge d'or
Genre
Drama, Romanze, Komödie
 
Frankreich 1930
 
60 min
Medium
Kinofilm
 
 
Kinostart
24.12.1970 ( D )
 
 
Regie
Luis Buñuel
Darsteller
Juan Ramón Masoliver, Valentine Hugo, Claude Heymann, Pedro Flores, Juan Esplandio, Marie Berthe Ernst
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IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
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Kompromissloser Blick auf bürgerliche Konventionen

Luis Buñuels und Salvador Dalís zweites gemeinsames surrealistisches Werk "Das Goldene Zeitalter" kommt nach dem verstörenden "Ein andalusischer Hund" nicht minder provokant daher. Ohne eine durchgehende Handlung funktioniert der Film vor allem durch seine Handlungspartikel und Bilder, mit denen die Autoren die bürgerliche Moralvorstellung auf den Kopf stellen.

Allenfalls im Paar, das seine Liebe und die Triebe ausleben möchte, von der Gesellschaft und ihren Ritualen jedoch daran gehindert wird, lässt sich so etwas wie eine durchgehende Handlung ausmachen. Beide versuchen einander am Rande einer Felslandschaft näher zu kommen, werden aber von Teilnehmern einer Zeremonie auseinandergerissen. Später finden sie sich auf einer Gesellschaftsfeier wieder, doch auch hier findet ihre Begierde keine Erfüllung, da Minister, Dirigenten und ihre eigenen Kinder ihnen im Weg stehen. Am Schluss die wohl provokanteste Einstellung des Films. Eine Gruppe von vier Männern hält in einer Burg eine ausschweifende Orgie. Einer der Männer entpuppt sich als Jesus Christus.


Ein Jahr nach "Ein andalusischer Hund" brachten Luis Buñuel und Salvador Dalí mit "Das goldene Zeitalter" einen weiteren surrealistischen Film gemeinsam in die Kinos. Beide Werke sind nach den Worten des Surrealisten André Breton die "einzigen vollkommen surrealistischen Filme". Dass "Das Goldene Zeitalter" wesentlich linearer und weniger kryptisch daherkommt, mag daran liegen, dass Dalis Einfluss nicht mehr so groß war wie bei "Ein andalusische Hund". Während er dort sowohl am Drehbuch als auch an der Regie mitwirkte, fungierte er hier nur mehr als Drehbuchautor.

Als Affront gegen die bürgerliche Gesellschaft und die christliche Moral stehen sich beide Werke in nichts nach. Institutionen wie Familie, Religion oder Armee werden der Lächerlichkeit preisgegeben, nur die Liebe bekommt eine Gültigkeit. Um ihre Haltung zu illustrieren, hat Buñuel auch in "Das goldene Zeitalter" eine Reihe unvergesslicher Bilder kreieret. Aufnahmen von Kühen in einem bürgerlichen Salon, eines Mannes, der seinen eigenen Sohn erschießt, oder Jesus Christus, der in einer Burg eine Orgie feiert, sind in die Filmgeschichte eingegangen und machen dieses Meisterwerk zeitlos.
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