Habemus Papam - Ein Papst büxt aus!
Prokino
Habemus Papam - Ein Papst büxt aus!

Habemus Papam - Ein Papst büxt aus!

Originaltitel
Habemus Papam
Alternativ
We Have a Pope
Genre
Drama
Land /Jahr
Italien, Frankreich 2010
 
110 min, ab 0 Jahren (fsk)
Medium
Kinofilm
Kinostart
08.12.2011 ( Kino Deutschland | Kino Schweiz | Kino Österreich ) bei Prokino Filmverleih
Regie
Darsteller
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenAwardsMeinungTrailerGalerieDVDs
Was, wenn ein Papst nicht Papst sein will?
"Habemus Papam - Ein Papst büxt aus!" beginnt mit Originalbildern der Trauerfeier Papst Johannes Paul II. Die Kardinäle schreiten zum Konklave. Auf dem Petersplatz und in allen katholischen Gemeinden warten die Gläubigen sehnlichst darauf, dass endlich weißer Rauch aufsteigt. Doch im Inneren herrscht eine große Anspannung. Während die Stimmen ausgezählt werden, beten die Kardinäle heimlich: "Bitte nicht ich!" Es trifft Kardinal Melville (Michel Piccoli). Der ist geschockt. Gott muss einen Fehler gemacht haben! Er fühlt sich dieser großen Aufgabe nicht gewachsen.

Kurz bevor er auf den Balkon treten soll, um die Welt als neuer Papst zu begrüßen, ereilt ihn eine Panikattacke. Der herbeigerufene Arzt kann jedoch keinen körperlichen Grund feststellen. Vielleicht kann ein Psychologe helfen. Allerdings ist der Psychoanalytiker (Nanni Moretti) Atheist. Aber das muss man hinnehmen, wenn er bloß helfen kann, denkt der Pressesprecher des Vatikans (Jerzy Stuhr). Der Therapeut ist nicht der richtige für den neuen Papst. So überweist er ihn zu seiner Frau (Margherita Buy). Den Termin außerhalb der Räume des Vatikans nimmt Melville zur Gelegenheit, unterzutauchen. Der Pressesprecher steht vor einem Desaster, niemand darf erfahren, dass der Papst abgehauen ist. So wird der Psychoanalytiker im Vatikan festgehalten und vertreibt sich die Zeit mit dem Aufbau einer Volleyballmannschaft.
Nanni Moretti hat einem ernsten Film über einen Papst gemacht, der fürchtet, seiner Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Der Film ist nicht lustig, sondern bitter ernst. Niemand fragt sich, ob die gewählten Päpste vielleicht gar nicht Papst sein wollen. Darf man sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe entziehen? Bei Morettis Papst überwiegen die Zweifel und so nimmt er sich eine Auszeit um über alles in Ruhe nachdenken zu können. Diesem ernsten Thema setzt der Regisseur jede Menge Absurditäten entgegen. Die Kardinäle dürfen den Vatikan nicht verlassen, so lange nicht klar ist, wie es mit dem Papst weiter geht. Und auch der Psychoanalytiker - der natürlich nicht an Gott glaubt - muss bleiben. Zum Zeitvertreib organisiert er eine Volleyballmannschaft, in der viele Kardinäle begeistert mitspielen, weil sie sonst nichts anderes zu tun haben. Doch nicht nur die Kirche bekommt ihr Fett weg, in dem ihr hilfloser Umgang mit der Situation gezeigt wird. Auch die Psychoanalyse wird überzeichnet dargestellt. Der Analytiker hat eine ausgewachsene Hybris und hält sich für den Besten. Seine Frau reduziert hingegen alle Probleme auf ein Zuwendungsdefizit in der Kindheit.

Das Problem des Dramas ist jedoch, dass die Figuren merkwürdig fremd bleiben. Das wird vor allem an der Figur des Papstes deutlich. Michel Piccoli hat eine weitgehend stumme Rolle. Was in Kardinal Melville vorgeht, erfährt der Zuschauer nur über seine Mimik. Die ist zwar großartig und beweist, was für ein herausragender Schauspieler Michel Piccoli ist. Die Angst, die sich auf seinem Gesicht abzeichnet, der Zweifel, Verwirrung und Ärger, sind genau abzulesen. Aber die Gründe dafür bleiben im Verborgenen, denn die kann Melville selbst nicht in Worte fassen.
Tatjana Niezel, Filmreporter.de
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Nanni Morettis Film ist keine Komödie, auch wenn der Untertitel "Ein Papst büxt aus" das impliziert. Michel Piccoli spielt einen Geistlichen, der dem Druck nicht gewachsen ist,...
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