RETRO News
Filmwelt
Ken Maynard, Ruth Hall
Ken Maynard begeistert Kinobesucher
Rückkehr der Cowboys
In jedem Manne steckt doch immer noch der kleine Junge, der er einmal war. Glücklich ist, wer Kinder hat und mit ihnen im Erwachsenenalter noch einmal die Spiele spielen kann, die ihm als Halbwüchsigen eine Freude bereiteten. Daneben gibt es auch ein Filmgenre, welches insbesondere Männerherzen höher schlagen lässt und die Vergangenheit in die Gegenwart holt: Der Western. Seit jeher kämpft darin Gut gegen Böse und am Ende sind es natürlich amerikanische Soldaten, die den Sieg über die Indianer davon tragen. Die Zeitschrift Filmwelt widmet dieser Gattung und einem ihrer Helden einen Bericht in der Ausgabe vom 4. Februar 1934.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de,  17. April 2021
Filmwelt
Ken Maynard
Sprung zum Tonfilm gemeistert
Seit der Erfindung des Tonfilms haben es Cowboyfilme nicht leicht. Kein Wunder, traten die schauspielerischen Fähigkeiten und Vortragskünste der Darsteller hinter die Reitkünste und waghalsigen Abenteuer zurück. Der Held des Lassos ist eben kein Held der großen Worte und ausgeklügelter Dialoge. Noch während sich dieser Wandel vollzog, haben sich viele altgediente Cowboydarsteller wie Tom Mix, der unbestrittene "König der Cowboys" in unzähligen Westernstreifen, auf ihr Altenteil zurückgezogen. Der Nachwuchs tut sich schwer, scheint den veränderten Anforderungen nicht gewachsen. Aber zum Glück übt die Urgeschichte des Cowboyfilms, der Kampf Mann gegen Mann, Gut gegen Böse, nach wie vor seinen Reiz auf das Kinopublikum aus.

Einer, der die Umstellung zum Tonfilm gemeistert hat und ein ideales Vorbild darstellt, ist der Texaner Ken Maynard. Maynard ist auch dem deutschen Zielpublikum bekannt und weiß aus eigener Erfahrung, welchen Herausforderungen sich ein echter Cowboy stellen muss. Der Wildwestmann ist Mitte 30 und erinnert sich noch gut an seine Kindheit, in denen Fehden mit Indianern und Tramphorden noch zum Alltag gehörten. Seit zwölf Jahren ist er nun im Geschäft und denkt nicht daran, etwas anderes zu tun. Muss er auch nicht, denn allein in dieser Spielzeit bringt der deutsche Universal Film drei Streifen mit dem kernigen Texaner heraus.
Alkohol zerstört Karriere
Ken Maynard wurde nicht wie der Autor des oben genannten Berichts schrieb, in Texas geboren, sondern in Indiana. Bereits im Alter von zwölf Jahren tourte er mit einer Western-Showgruppe durchs Land, arbeitete später beim Zirkus und als Rodeo-Reiter. Durch seine überragenden Fähigkeiten als Stuntreiter wurde Hollywood schnell auf ihn aufmerksam. 1923 erhielt er ein erstes Filmengagement. Bald wurde er zu einem Star des Stummfilmwestern, zudem erreichte sein Pferd Tarzan Berühmtheit.

Maynard hatte jedoch mit Alkoholproblemen und Depressionen zu kämpfen, 1945 war seine Karriere beendet. Fortan lebte er von Sozialhilfe und dem Geld eines anonymen Spenders. Dieser war wahrscheinlich sein ehemaliger Filmpartner und Radio-Moderator Gene Autry. Ken Maynard starb am 23. März 1973 in Los Angeles.
Von  Ann-Catherin Karg/Filmreporter.de,  17. April 2021

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