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Schwesterlein (2020)

Schwesterlein

Originaltitel
Schwesterlein
Alternativ
My Little Sister
Genre
Drama
Land /Jahr
Schweiz/Deutschland 2020
 
99 min, ab 12 Jahren (fsk)
Medium
DVD (Kauffassung)
Kaufstart
05.03.2021 ( Schweiz/Deutschland | Schweiz/Deutschland ) bei Weltkino Filmverleih
Regie
Stéphanie Chuat, Véronique Reymond
Darsteller
Nina Hoss, Lars Eidinger, Marthe Keller, Jens Albinus, Thomas Ostermeier, Linne-Lu Lungershausen
Links
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Hörfilmfassung für Sehbehinderte • Trailer • Wendecover
Inhalt/KritikCast & CrewTechn. DatenTrailerGalerieDVDsbewerten
Drama über die Balance des Glücks
Lisa (Nina Hoss) ist überzeugt, dass alles wieder gut wird. Die gefeierte Bühnenautorin spendet in Berlin Blut und Knochenmark für ihren an akuter Leukämie erkrankten Bruder Sven (Lars Eidinger). Auch in den ersten Tagen nach dem Eingriff in sein Immunsystem kümmert sie sich liebevoll um ihren Zwilling. Ihre egoistische, und von der Situation überforderte überforderte Mutter (Marthe Keller) schwelgt selig in den alten Zeiten des politischen Theaters von Brecht. Sie ist unfähig, sich emotional und praktisch um den hilfsbedürftigen Nachwuchs zu kümmern. Er erinnert sie an den Tod, den sie selbst zu verdrängen sucht. "Du hast nicht das Recht, mir das anzutun", schreit sie ihn gar an.

Als es Sven immer schlechter geht und die Familie ihr Recht einfordert, kehren die Geschwister in eine beschauliche Kleinstadt im Voralpenland der Schweiz zurück, wohin Lisa ihrem Mann Martin (Jens Albinus) vor fünf Jahren gefolgt ist. Hier leitet dieser eine internationale Schule und geht voll in seinem Job auf. Hinter dem Rücken seiner Frau hat er den Vertrag verlängert. Er erwartet von Lisa, die Gattin und Gastgeberin für die Geldgeber der Schule zu geben. Eine Aufgabe, die sie nur ungern erfüllt. Außerdem kümmert sie sich um die eigenen Kinder, was ihr kaum Zeit lässt, sich um die eigene Arbeit zu kümmern. Ohne es sich selbst einzugestehen, leidet Lisa unter dem Abschied von ihrer geliebten Heimat Berlin und der Langeweile der Provinz.

Sven, der gefeierte, exzentrische Theaterschauspieler stört natürlich die bürgerliche Idylle, auf die sich Lisa eingelassen hat. Er verärgert seinen Schwager und provoziert seine Schwester, die sich vergeblich bemüht, ihm ein neues Engagement zu verschaffen. Um dem sterbenden Bruder eine Rolle zu geben, schreibt Lisa für ihn das Stück "Kinderspiele", das lose auf der "Hänsel und Gretel" basiert und die Verbundenheit der Geschwister feiert. Als Sven das Nahen seines eigenen Endes fühlt, macht er seiner Zwillingsschwester ein letztes Geschenk. Er zwingt sie, sich dem Verlust der eigenen Träume und der Realität zu stellen, an der sie zugrunde geht.
Erstmals stehen Nina Hoss und Lars Eidinger in Stéphanie Chuats und Véronique Reymonds Drama über die Balance des Glücks und gescheiterte Familienkonzepte gemeinsam vor der Kamera, das seine Premiere im Wettbewerb der Berlinale 2020 hat und das Theater feiert. Schaubühnen-Star Eidinger spielt den Schaubühnen-Star Sven, der ohne die Bühne nicht leben kann und leidet, wenn er seine Zweitbesetzung als Hamlet sieht. Genutzt werden hierfür Szenen aus der Inszenierung von Thomas Ostermeier aus dem Jahr 2009 mit Lars Eidinger als Prinz von Dänemark, die stets ausverkauft ist. Schaubühnen-Intendant Thomas Ostermeier darf auch ran, er spielt Schaubühnen-Intendant David.

Auf den Schultern von Hoss und Eidinger liegt die gesamte Last für das Gelingen des intimen Films. Und das Konzept geht beinahe auf. Wie immer schreibt Hoss mit kargen Blicken und sparsamen Gesten ganze Geschichten voller innerer Emotionen. Und Eidinger gibt lange eine Art traurigen Clown, der hinter der Maske den Schmerz über den frühen Abschied vom Leben verbirgt, das er immer mit vollen Zügen ausgekostet hat. Diese Kunst will er nun an seine Schwester weitergeben, die wieder beginnt, sich selbst zu spüren. All dies ahnt der Zuschauer allerdings schon sehr früh. Zu früh.
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Videoclip:
Lisa ist überzeugt, dass alles wieder gut wird. Die gefeierte Bühnenautorin spendet für ihren... 
Galerie:
Nina Hoss und Lars Eidinger erstmals gemeinsam vor der Kamera.
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2021