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Luke Wilson und Will Ferrell in: Old School
Ferrell und Wilson über nackte Tatsachen
Interview: Silberbälle voll Kokain
Noch einmal Partys feiern wie in alten Zeiten? Noch einmal auf jede Verantwortung pfeifen und wieder eintauchen in das wilde Studentenleben? Für Will Ferrell (35) und Luke Wilson (31) wurde der Traum Wirklichkeit. Schuld daran ist "Old School - Wir lassen absolut nichts anbrennen", die neue Komödie von Todd Phillips ("Road Trip"), in der ein Haufen Mittdreißiger den verloren geglaubten Wahnsinn einer Studentenverbindung wieder einfangen will. Wir trafen die jung Gebliebenen zum Interview.
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Will Ferrell in: Old School
Ricore: Mr. Ferrell, in "Old School" rennen Sie im Vollrausch nackt durch die Stadt. Ein befreiendes Gefühl?

Will Ferrell: (lacht) Eigentlich ein lustiges! Die Szene endet damit, dass mich meine Frau zufällig entdeckt und ich zu ihr und ein paar Freundinnen ins Auto steigen muss. Solange gedreht wurde, hatte ich damit kein Problem. Peinlich war es nur, sobald die Szene aus einer Einstellung gedreht war und wir wieder auf Anfang mussten. Was rede ich als Nackedei mit all den Frauen? Plötzlich war ich kein Schauspieler mehr, sondern nur noch ein nackter Mann.

Ricore: Gab es noch andere peinliche Situationen?

Ferrell: Die Party mit Snoop Dogg wurde ganz zum Schluss gedreht. Auch da war ich völlig nackt. Und zum Schluss ziemlich betrunken.

Luke Wilson: (lacht) Sexszenen sind oft um einiges schlimmer. In einem meiner Filme saß eine sehr attraktive Frau völlig nackt auf mir. Ich versuchte, nicht dran zu denken, bis der Regisseur plötzlich meinte: Ich weiß zwar nicht, wie du das daheim machst, aber ein bisschen bewegen solltest du dich dabei schon (lacht). Ich war in diesem Moment nämlich wie erstarrt.
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Luke Wilson in: Old School
Ricore: Welche Zielgruppe spricht "Old School" an?

Wilson: In Amerika hatten wir sehr großen Erfolg bei Jugendlichen.

Ferrell: Für Frauen ist dieser Film auch sehr amüsant. Wir machen uns über einen ganz bestimmten Schlag Männer lustig, das gefällt ihnen natürlich. Aber eine wirkliche Message hat der Film nicht.

Wilson: Es ist kein hochintelligenter Film. Man sollte sich mit einer Tüte Popcorn zurücklehnen und seinen Spaß haben. Mehr nicht.

Ricore: Wie feiern Sie denn privat Partys?

Wilson: In vertrauter Atmosphäre - nicht mit zweihundert Gästen und Snoop Dogg. Obwohl man manchmal schon Lust bekommt auf diese wilden Partys.

Ferrell: Mich hat die Party in "Old School" an alte Zeiten erinnert. Am College war ich auch in einer Verbindung, und da wurde ab und zu schon heftig gefeiert.
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Will Ferrell in: Old School
Ricore: Was war die dekadenteste Party, auf der Sie bisher gewesen sind?

Wilson: (lacht) Will geht immer auf diese Art von Partys, auf denen man Silberbälle voller Kokain zugesteckt bekommt.

Ferrell: (lacht) Hugh Hefner schmeißt gigantische Feste. In seinem Haus tummeln sich Hunderte von süßen Frauen in schicken Kostümchen. Die Stimmung dort erinnert an ein riesiges Filmset.

Ricore: Haben Sie persönliche Erlebnisse in die Geschichte eingebracht?

Wilson: Nicht wirklich. Aber wir haben sehr viel improvisiert und Vorschläge gemacht. Todd, der Regisseur, hat dann all die Witze herausgefiltert, die zur eigentlichen Story gepasst haben. Er hat es geschafft, in eine geradlinige Komödie subtilen Humor einzubauen.

Ricore: Bezeichnen Sie sich selbst als Schauspieler oder Komiker?

Ferrell: Ich bin ein komischer Schauspieler.

Wilson: Ich auch. Die meisten meiner Filme sind nun mal Komödien. Aber ich bin nicht nur Komiker. Ich mag fast alle Genres und möchte gute Rollen spielen. Aber eine gute Komödie zu drehen macht mir sehr viel Spaß.
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Luke Wilson mit Elisha Cuthbert in: Old School
Ricore: Zudem gilt das Genre als eines der schwersten!

Wilson: Ja, aber ich muss sagen, dass ich mich persönlich nicht sehr lustig finde. Über Wills Rollen kann ich lachen, ich dagegen spiele meistens den geradlinigen Typ in einer Komödie.

Ricore: Wie kam es eigentlich, dass Sie und Ihr Bruder Owen Wilson beide Schauspieler wurden?

Wilson: Wir waren schon immer fasziniert von Filmen und wollten an ihrer Herstellung beteiligt sein. Dass wir beide Schauspieler wurden, ist aber reiner Zufall.

Ricore: Ihr Bruder wirkt in Interviews immer recht schüchtern...

Wilson: Ein bisschen schüchtern ist er schon. Ich bin der Boss der Wilson Brüder und sag ihnen immer, was zu tun ist (lacht)!

Ricore: Wann haben Sie herausgefunden, dass Sie Talent für Komödien besitzen?

Wilson: In meiner Jugend. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der Humor eine wichtige Rolle spielt. Zwei größere Brüder tragen auch viel dazu bei, dass ständig herumgealbert wird.

Ferrell: Mit einem lustigen Gemüt findet man einfach leichter Freunde. Aber der typische Klassenclown war ich nie.

Ricore: Was macht Sie eigentlich traurig?

Ferrell: Globale Erwärmung (lacht). Das klingt doch gut! Ach ja, und die Farbe von Lukes T-Shirt macht mich traurig. Wirklich entsetzlich. Wo hast du das nur gekauft?
Von  Johannes Bonke/Filmreporter.de,  29. Mai 2003
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2021