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Das letzte Schweigen

Das letzte Schweigen

Originaltitel
Das letzte Schweigen
Alternativ
Das Schweigen
Regie
Baran bo Odar
Darsteller
Ulrich Thomsen, Anna Lena Klenke, Kara McSorley, Melina Fabian, Hildegard Schroedter, Johannes Suhm
Kinostart:
Deutschland, am 19.08.2010 bei NFP marketing & distribution
Genre
Drama
Land
Deutschland
Jahr
2010
Länge
118 min.
IMDB
IMDB
Homepage
http://www.das-schweigen-film.de
|0  katastrophal
brilliant  10|
8,0 (Filmreporter)
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Beklemmender Film über den Mord an einem Mädchen
Als Jugendlicher wird Timo Friedrich (Wotan Wilke Möhring) Zeuge, wie sein vermeintlicher Freund Peer Sommer (Ulrich Thomsen) ein Mädchen vergewaltigt und ermordet. Wie gelähmt sieht er den Ereignissen zu, unfähig dem Mädchen zu Hilfe zu eilen. Noch am selben Tag verlässt er traumatisiert seinen Heimatort, bricht alles hinter sich ab und baut sich an anderer Stelle ein neues Leben auf. Er heiratet, wird Vater zweier Kinder, nimmt den Nachnamen seiner Gattin an und gründet als selbstständiger Architekt eine neue Existenz. 23 Jahre später holt ihn die Vergangenheit jedoch wieder ein. Erneut verschwindet ein junges Mädchen - und zwar am damaligen Tatort. Anfangs deutet alles auf einen Zufall hin. Doch Timo weiß, wer hinter dem Verbrechen steht. Zum ersten Mal seit 23 Jahren stellt er sich seiner Vergangenheit. Er besucht Peer, der noch immer im selben Wohnblock als Hausmeister arbeitet. Bei ihrem Wiedersehen wird Timo erneut mit seinen krankhaften Neigungen konfrontiert, von denen er glaubt, sie schon lange überwunden zu haben.
Gleich mit der ersten Szene wird klar, Baran bo Odars "Das letzte Schweigen" ist kein Film für einen ruhigen, entspannten Kinoabend. Schonungslos zeigt die Kamera ein Verbrechen, das in Deutschland und vielen anderen Ländern allzu oft die Medien beherrscht. Ein elfjähriges Mädchen wird brutal von ihrem Fahrrad gezerrt, in ein Maisfeld gezogen, vergewaltigt, ermordet und anschließend in einem See versenkt. Das alles wird mit einer für den Zuschauer brutalen Langsamkeit gezeigt. Es gibt weder Actionsequenzen oder erholsame Momente. Im Gegenteil. Das dumpfe Gefühl der Anfangssequenz wird mit dem Fortschreiten der Handlung intensiviert, nicht zuletzt durch das langsame Erzähltempo.

Bald möchte man den Protagonisten zurufen, macht doch endlich schneller, tut etwas! Aber nein. Der Regisseur zeigt kein Erbarmen. Unaufhaltsam steuert die Geschichte und mit ihr die beteiligten Personen auf ein Ende zu, das kein Happy End verheißt. Die Figuren charakterisieren sich vor allem durch ihr Schweigen, durch ihre Gesten und ihre verzweifelten Blicke. Jedes gesprochene Wort hat seinen Platz. Wie die Figuren, deren Leben durch ihre Schicksalsschläge für immer aneinandergebunden sind. Baran bo Odar konzentriert sich wie schon der Autor der Romanvorlage, Jan Costin Wagner, vor allem auf Opfer und Täter. Sie interessieren ihn mehr als die Ermittler, die das Verbrechen aufklären. Das macht die Sache für das Publikum allerdings nicht einfacher. Diese sehen sich nämlich über eineinhalb Stunden mit pädophil veranlagten Menschen, Kinderschändern und Mördern konfrontiert. Und mit einem Verbrechen, das man in all seiner Grausamkeit zu sehen bekommt.
Andrea Niederfriniger, Filmreporter.de
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