Arsenal Filmverleih
Das blaue Zimmer

Das blaue Zimmer

Originaltitel
La chambre bleue
Alternativ
The Blue Room
Regie
Mathieu Amalric
Darsteller
Marie-Agnès Renard, Mathieu Amalric, Pierre Milon, Nelly Jousserand, Evelyne Ancel, Camille Perichon
Kinostart:
Deutschland, am 02.04.2015 bei Arsenal Filmverleih
Kinostart:
Österreich, am 17.07.2015 bei Filmladen
Kinostart:
Schweiz, am 28.08.2014 bei Look Now!
Genre
Drama
Land
Frankreich
Jahr
2014
FSK
ab 12 Jahren
Länge
76 min.
IMDB
IMDB
|0  katastrophal
brilliant  10|
6,0 (Filmreporter)
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Atmosphärisch dichtes, etwas schwerfälliges Drama
Julien Gahyde (Mathieu Amalric) ist erfolgreicher Geschäftsmann. Auch privat hat der verheiratete Familienvater nichts zu beklagen. Gemeinsam mit Frau (Léa Drucker) und Tochter (Mona Jaffart) hat er ein unbeschwertes Leben. Als er seiner Jugend-Bekanntschaft Esther (Stéphanie Cléau) begegnet, beginnt er eine Affäre mit der verheirateten attraktiven Apothekerin und setzt damit seiner gesamten bürgerliche Existenz aufs Spiel. Die Amour fou hat nämlich fatale Folgen. Eines Tages findet sich Julie vor einem Untersuchungsrichter wieder, dem er unangenehme Fragen über seine Vergangenheit beantworten muss.
Mathieu Amalric hat mit "Das blaue Zimmer" den gleichnamigen Roman des belgischen Schriftstellers Georges Simenon ("Kommissar Maigret") verfilmt. Ausgehend von einem Kriminalfall, rekonstruiert er ein Verbrechen und ein Amour-fou-Verhältnis. Dem französischen Schauspieler und Regisseur ist ein facettenreicher Film über den Zwiespalt zwischen Wahrheit und Lüge, Bild und Wort, Erzählen und Erleben gelungen. Dabei begnügt sich Amalric in seinem sechsten Spielfilm nicht damit, die erfolgreiche literarische Vorlage in eine konventionelle Form zu packen, er bedient sich vielmehr eines geradezu experimentell anmutenden filmischen Erzähl-Stils.

Neben dem virtuosen Umgang mit der Montage, die die verschiedenen Zeitebenen miteinander verbindet und beim Zuschauer ein Gefühl der Verunsicherung schafft, kommt in "Das blaue Zimmer" auch Amalrics ausgeprägter Sinn für Bildgestaltung und den filmischen Raum zur Geltung. In diesem Punkt steht er dem viel gepriesenen Meister der atmosphärischen Schauplatz-Beschreibung Simenon in nichts nach. Andererseits krankt Amalrics Formbewusstsein, die an die Filme der Nouvelle Vague erinnert, an einer fehlenden Ausgeglichenheit. So drängt sich die Erzählung immer wieder in den Vordergrund, lässt Geschichte und Figuren wenig Raum zur Entfaltung und beeinträchtigt die Gesamtwirkung des ansonsten atmosphärisch dichten Kriminal-Liebes-Dramas wesentlich.

Die Folge: Was bei Simenon lebensnah und greifbar anmutet, ist bei Amalric in einen nebulösen Schleier gehüllt. Besticht die Vorlage durch Schlichtheit und Präzision, wirkt deren Adaption bleiern schwer. Amalric, der mit seiner Schauspielkollegin Stéphanie Cléau auch das Drehbuch zu "Das blaue Zimmer" verfasst hat, fängt inhaltlich mit der Adaption eines Simenon-Romans an, landet formal jedoch bei den schwergewichtigeren Marcel Camus und Jean-Paul Sartre.
Willy Flemmer, Filmreporter.de
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2021