RETRO News
Die Welt der Frau
Dr. Margaret Mead
Verteidigung der modernen Seelenkunde
Umstrittene Psychoanalyse
Die Erkenntnisse der Psychoanalyse sind nach Meinung von Dr. Margaret Mead genauso wichtig wie die Entdeckung der Kernspaltung. Ihrer Ansicht nach hat sie eine große Bedeutung für das tägliche Leben, die Selbsterkenntnis sowie unser Verständnis für Andere. Sie hat uns gelehrt, das der Mensch als Ganzheit handelt und nicht ausschließlich nach den Regeln des gesunden Menschenverstandes. Auch für irrationales Verhalten des Menschen gibt es Gründe. Die Psychoanalyse könne unter Umständen Patienten, die keine rechte Lebensfreude haben oder die immer wieder ihrer Sucht nach Alkohol unterliegen, zu einem neuen Leben verhelfen.
Koch Media
Alfred Hitchcock
Zur Erweiterung unserer Wissensgrenzen
Trotzdem wird die Psychoanalyse von vielen immer noch mit Misstrauen behandelt, berichtet die Zeitschrift Die Welt der Frau im Oktober 1951. Moralisten werfen ihr vor, sie mache nachsichtig gegen sich und seine Fehler. Dr. Margaret Mead legt in ihrem Artikel Argumente für den wahren Wert der Psychoanalyse vor. Wie die Demokratie basiere sie auf der Idee, dass der erwachsene, reife Mensch sich selber verstehen, die Richtung seiner Entwicklung ändern und sein Schicksal formen kann. Die Aufgabe der Psychoanalyse sei es, aus der Welt in der wir leben, eine Welt zu machen, in der zu leben uns wünschenswert erscheint. Der Sinn menschlicher Aussagen ist oft verborgen oder verzerrt, denn der Mensch versucht, tiefen inneren Konflikten auszuweichen und schmerzliche Erinnerungen oder heftige Triebe zu verdrängen. Doch wo ist der Zusammenhang zum Film? Die Psychoanalyse und das Verständnis des Menschen im Allgemeinen sind wichtige Themen im Werk von Alfred Hitchcock. So auch in seinem Thriller "Ich kämpfe um Dich".
Zweitausendeins
The Pervert's Guide to Cinema
Film und Psychoanalyse
Mitte der 1970er entwickelte sich zunächst in Frankreich die psychoanalytische Filmtheorie. Im Mittelpunkt stand dabei das Zuschauersubjekt sowie seine Beziehung zum Kino. In seinem Buch "Der imaginäre Signifikant. Psychoanalyse und Kino" unternimmt Christian Metz den Versuch, die Theorie Jacques Lacans auf den Bereich der Kinematographie zu übertragen. Psychoanalytiker und Filmtheoretiker weisen darauf hin, dass es große Ähnlichkeiten zwischen dem Traumzustand und dem Zustand des Filmschauens gibt. In "The Pervert's Guide to Cinema" untersucht der slowenische Philosoph und Psychoanalytiker Slavoj Žižek eine Reihe von Filmen mit Hilfe psychoanalytischer Ansätze. Dabei konzentriert er sich besonders auf die Filme von Alfred Hitchcock und David Lynch.

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2021